"Weiße Nächte" in Sankt Petersburg: Ausnahmezustand auf Russisch - DER SPIEGEL
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"Weiße Nächte" in Sankt Petersburg Ausnahmezustand auf Russisch

Wenn es nachts nicht mehr richtig dunkel wird in der Fünf-Millionen-Metropole im Norden des russischen Reiches, dann beginnen die so genannten weißen Nächte. Zwei Sommermonate lang befinden sich Bewohner und Besucher der alten Zarenstadt dann in einer Art Ausnahmezustand.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Russische "Biznesmeny" und ausländische Milliardäre feiern ausschweifende Partys, für die man kurzerhand das komplette Petersburger Ballett engagiert. Touristen suchen die Schönheit der Stadt bei nächtlichen Bootstouren auf der Neva, Absolventen der Militärakademie zelebrieren das Ende ihrer Ausbildung mit dem symbolischen Sturm auf das Winterpalais - was die Miliz ebenso regelmäßig wie erfolglos zu verhindern sucht. Und selbstverständlich fließt in dieser Zeit noch mehr Alkohol als in dem ohnehin promillereichen Alltag der "Peterburschzy" - Champagner für die Reichen, Wodka für die Armen.

Das bleibt nicht ohne Folgen für die Kriminalstatistik: Wenn Abendröte und Morgensonne ineinander übergehen, machen Polizei und Rettungsdienste Überstunden. Straßenräuber lauern auf wehrlose Opfer, Prügeleien sind an der Tagesordnung, die Mord- und Totschlagsrate steigt.

SPIEGEL TV-Autorin Anna Sadownikowa war während dieser ereignisreichen Tagen unterwegs auf den Straßen ihrer Heimatstadt, begleitete Millionäre und Obdachlose, Models und Milizionäre, Touristen, Künstler und Überlebenskünstler. Und sie erlebte, wie aus der Rangelei alkoholisierter Fußballfans eine Massenschlägerei mit der Polizei wurde, die nur deshalb ohne tödliche Folgen blieb, weil ein mächtiger Wolkenbruch beide Parteien vorzeitig ermatten ließ.


Zwischen Kunst und Zwiebeltürmen

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St. Peterburg - Zahlen und Fakten

Lage: Längengrad 30,15 O
Breitengrad 59,55 N
Zeitzone: MEZ + 2 Stunden
Stadtgründung: 16. (27.) Mai 1703 durch
Peter den Großen
Stadtjubiläum: 27. Mai
Einwohner: etwa 4,75 Millionen
Fläche: 1400 Quadratkilometer
Fluss: Die Stadt ist auf verschiedene
Inseln des Newa-Deltas
verteilt

Namensänderungen
der letzten 300 Jahre:
Mai 1703 - Aug. 1914: Sankt Peterburg
Aug. 1914 - Feb. 1924: Petrograd
Feb. 1924 - Juli 1991: Leningrad
Juli 1991 - heute: Sankt Peterburg
Synonyme: "Das Venedig des Nordens"
"Die nördliche Hauptstadt"
"Kulturelle Hauptstadt
Russlands"
"Stadt der 101 Inseln"



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