Interview mit Modedesigner Tristano Onofri: "Heute schaut jeder auf den Preis" - DER SPIEGEL
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Interview mit Modedesigner Tristano Onofri "Heute schaut jeder auf den Preis"

Er ist Stammgast auf der CPD und aus der Modewelt der Rhein-Metropole nicht mehr wegzudenken: Tristano Onofri verzaubert seine Fans mit femininer Damenmode und ausgefallenen Accessoires. Mit SPIEGEL ONLINE sprach er über die neuen Anforderungen auf dem Textilmarkt und mögliche Wege aus der Rezession.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

SPIEGEL ONLINE:

Mit über 57.000 Besuchern auf 230.000 Quadratmetern Fläche ist die CPD die größte Modemesse der Welt. Entspricht ihre Größe auch der Bedeutung für Aussteller und Einkäufer?

Onofri: Es vielleicht nicht die wichtigste Messe weltweit, aber durchaus ein Zentrum für internationale Geschäftskontakte. Nach Düsseldorf kommen viele Kollegen aus dem Ausland. Weil jetzt auch Herrenmode gezeigt wird, ist die Veranstaltung noch interessanter geworden - das wird sich positiv auf die Besucherzahlen auswirken.

SPIEGEL ONLINE: Es ist seit Jahren Ihr Privileg, die Eröffnungsshow der Messe auszurichten. In diesem Jahr zeigten 17 Models die 140 Outfits Ihrer neuesten Kollektion. Was kostet eine so aufwändige Show?

Onofri: Viel Geld, und das obwohl wir aus Düsseldorf kommen und dadurch geringere Kosten haben. Mit 100.000 Euro muss man rechnen.

SPIEGEL ONLINE: Eine erfolgreiche Investition?

Onofri: Die Kollektion ist sehr gut angekommen. Wir haben unseren Umsatz in der letzten Saison nahezu verdoppelt und sind sehr stolz, dass uns das in diesen schwierigen Zeiten gelungen ist.

SPIEGEL ONLINE: Angesichts katastrophaler Umsatzrückgänge in der gesamten Textilbranche tatsächlich eine unerwartete Entwicklung. Welche Strategie hat Ihnen geholfen?

Onofri: Wir haben uns bemüht, die Kollektion so zeitgemäß wie möglich zu gestalten und uns den Anforderungen des Marktes anzupassen. Heute schaut jeder auf den Preis. Deshalb bieten wir Designer-Mode zu erschwinglichen Preisen an.

SPIEGEL ONLINE: Die werden unter anderem nur möglich, weil Sie ihre Produktion in osteuropäische Länder verlagert haben.

Onofri: Sicher, und wir sind sehr zufrieden damit, denn die Kosten konnten teilweise um die Hälfte gesenkt werden - ohne Qualitätsverlust.

SPIEGEL ONLINE: Sie haben in Zusammenarbeit mit "Galeria Kaufhof" ein Shop- in- Shop -System aufgebaut und verkaufen in bereits 15 Filialen bundesweit ihre Kreationen. Wie wichtig sind solche Kooperationen?

Onofri: Sehr wichtig und eigentlich unabdingbar. Die großen Konzerne sind zuverlässige Geschäftspartner, die über eine hervorragende Zahlungsmoral verfügen und Termine einhalten, was bei weniger bedeutenden Partnern nicht immer der Fall ist. Zudem erhöht sich die Stückzahl der Modelle, was sich positiv auf die Produktionskosten auswirkt.

SPIEGEL ONLINE: Sind Männer die besseren Damenmoden- Designer?

Onofri: Sie sind zunächst einmal in der Mehrzahl unter den Designern. Schwer zu sagen, ob sie auch besser sind. Ich persönlich liebe es, eine Frau attraktiver zu machen. Wenn ein Mann die Frauen liebt, dann fällt ihm das sicherlich leichter.