Ariane 5 ECS-A: Schwertransporter fürs All - DER SPIEGEL
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Ariane 5 ECS-A Schwertransporter fürs All

Kommunikationssatelliten werden immer größer und immer schwerer. Um den neuen Anforderungen gerecht zu werden, hat die Raumfahrtfirma Astrium im Auftrag der Europäischen Weltraumorganisation ESA die neue Oberstufe ESC-A entwickelt.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Als kommerzielles Trägersystem transportiert die Ariane 5 Nutzlasten, vor allem Satelliten, sowohl in erdnahe (von 400 km bis 1.000 km) als auch auf geostationäre Umlaufbahnen (36.000 km). Im November diesen Jahres wird statt der bisherigen Oberstufe EPS (Etage à Propergols Stockables) mit einer Transportlast von sechs Tonnen, erstmals die neu entwickelte Oberstufe ESC-A (Etage Superieur Cryotechnique A) zum Einsatz kommen, die vier Tonnen mehr ins All tragen kann.

Die zweistufige Trägerrakete, die von Kourou aus starten wird, besteht aus einer Hauptstufe EPC (Etage à Propergols Cryotechnic), die mit zwei Feststoff-Zusatzraketen (Booster) ausgestattet ist, und der Oberstufe. Sowohl Haupt- als auch Oberstufe basieren auf kryogener Antriebstechnik, arbeiten also mit tiefkalten, hochenergetischen Treibstoffen (Flüssigwasserstoff und Flüssigsauerstoff). Der zentrale Steuerrungseinheit, das VEB (Vehicle Equipment Bay) befindet sich zwischen Haupt- und Oberstufe.

Nach dem Start werden zunächst die Booster in einer Höhe von rund 65 Kilometern abgestoßen und fallen an Fallschirmen in den Atlantik zurück. Das Haupttriebwerk hat acht Minuten später seinen Brennschluss. Aufgabe der Oberstufe ist es dann, die Nutzlast in die vorgesehen Umlaufbahn zu transportieren.

Die ESC-A wurde im Astrium-Standort Bremen entwickelt und wird dort auch gefertigt. Durch den Einsatz bewährter Komponenten betrug die Entwicklungszeit nur 3 Jahre. Der Fertigungsauftrag der ESA hat ein Volumen von rund 170 Millionen Euro.

Die neue kryogene Oberstufe der Ariane 5

Höhe 4,70 Meter
Durchmesser 5,40 Meter
Gewicht/Masse (unbetankt) 4,4 Tonnen
Treibstoffmasse 14,6 Tonnen
Nutzlast 10 Tonnen (Geostationärer Orbit)
Schubkraft H10 65 kN / rund 180.000 PS
Treibstoffe LH2/LOX (kryogen)