Zuchterfolge: Elefantennachwuchs im Tierpark Hagenbeck - DER SPIEGEL
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Zuchterfolge Elefantennachwuchs im Tierpark Hagenbeck

Gerade erst feierte man die Geburt eines kräftigen Elefantenbabys, da ist schon die nächste Entbindung in Sicht: Die Experten vom Hamburger Tierpark Hagenbeck machen ihrem Ruf als erfolgreiche Züchter in diesem Jahr alle Ehre.
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Große Freude in Hagenbeck: Am 14. Mai gebar die asiatische Elefantenkuh Yashoda ihr lang erwartetes drittes Kind. Das 100-Kilo-Baby kam im Schutz der Herde zur Welt - fast wie im richtigen Leben.

Nach über 21 Monaten Tragzeit kündigte sich das Elefantenmädchen gegen zwei Uhr nachts mit heftigen Wehen an. Pfleger Peter John alarmierte umgehend den Zootierarzt Michael Flügger. Um die anstehende Entbindung optimal vorzubereiten, hatte der Tierpark einen Teil des Elefantenhauses zum Geburtenstall umgebaut. Mehrere Boxen wurden zu einem großen Raum erweitert und der Fußboden an den Wänden hochgezogen, um die Verletzungsgefahr zu verringern.

Bis kurz vor sechs beobachteten Veterinär und Pfleger aufmerksam das 24-jährige Muttertier - dann ging alles ganz schnell. Neben den menschlichen Helfern standen der werdenden Mutter drei Elefantenkühe zur Seite: die geburtserfahrene Leitkuh Shandra, die ebenfalls trächtige Lai-Sinh und Yashodas siebenjährige Tochter Corny.

Auf die Hilfe der Zooexperten konnte Yashoda allerdings offenbar verzichten: Im Schutz der Herde entband sie um 5.53 Uhr das erste Elefantenkind des Jahres 2003. Und das war erstaunlich schnell auf den Beinen: Nach nur zehn Minuten stand das etwa einen Meter große Neugeborene auf zunächst noch wackeligen Füßen. Der Vater des kleinen Dickhäuters ist der 28-jährige Bulle Hussein.

Man ist von jeher stolz auf die weltweit anerkannten Zuchterfolge in Hagenbeck: Im April vergangenen Jahres kam hier ein Kaiserschnurrbart- Tamarin- Junges zur Welt, wurde im Dezember das Eisbärbaby Victoria geboren und freute man sich erst vor wenigen Wochen über Mandrill-Nachwuchs im Affengehege.

Allein neun Elefantenbabys erblickten seit Bestehen der Zuchtgruppe das Licht der Zoowelt. Und schon fiebert man der nächsten Entbindung entgegen: Die 13-jährige Lai-Sinh soll zwischen Mai und August niederkommen. Und wurde bei ihrem ersten Anschauungsunterricht bereits aktiv: Zusammen mit Yashoda-Tochter Corny animierte sie das Neugeborene per Rüsselstubser zum Aufstehen.

Mit jährlich 800.000 Besuchern kann man sich über mangelndes Interesse am Tierpark in Hagenbeck nicht beschweren. Bei laufenden Kosten von sagenhaften 22.000 Euro pro Tag bleibt die Finanzierung des Traditionsunternehmens allerdings eine ständige Herausforderung. 120 fest Angestellte arbeiten in Hagenbeck, im Sommer erhöht sich die Zahl des Personals durch den Einsatz von Saisonkräften um etwa das Doppelte.

Im Gegensatz zu vielen anderen europäischen Zoos erhält der Tierpark Hagenbeck keine regelmäßigen staatlichen Zuwendungen, sondern finanziert sich aus eigenen Mitteln. Größere Vorhaben wie Gehege-Neubauten können daher nur mit Hilfe von Sponsorengeldern und Spenden verwirklicht werden. Die Stiftung Tierpark Hagenbeck  verwaltet solch finanzielle Zuwendungen und investiert sie in den Erhalt des Tierparks, Artenschutz, Tierzucht, Forschung und Lehre. Wer mit kleinen Summen helfen möchte, engagiert sich für 2,50 Euro im Monat im gemeinnützigen Förderverein des Tierparks .