"Verrückt bei klarem Verstand": Wenn Zwänge das Leben bestimmen - DER SPIEGEL
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"Verrückt bei klarem Verstand" Wenn Zwänge das Leben bestimmen

Habe ich die Tür auch wirklich abgeschlossen? Den Herd ausgestellt? Sorgen wie diese kennt fast jeder. Bei rund zwei Millionen Menschen in Deutschland lösen die immer wiederkehrenden Zweifel Höllenqualen aus.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die Betroffenen sind zwangserkrankt, sie leiden unter einer psychischen Störung. Auch nach mehrmaliger Überprüfung können sie nicht beurteilen, ob zum Beispiel das Bügeleisen an oder aus ist. Der Zwang hat ihren Verstand ausgeschaltet.

Die Betroffenen leiden unter der Angst vor einem totalen Kontrollverlust. Aus Furcht davor von Verwandten und Kollegen als verrückt eingestuft zu werden, verheimlichen viele die Krankheit so lange es geht. Oft mit verheerenden Folgen: eine Teilnahme am normalen Lebensalltag ist kaum mehr möglich.

Der 29-jährige Zwangserkrankte Stefan aus Regensburg erhielt im Rahmen einer Studie einen Hirnschrittmacher. Seitdem hat sich sein Leben verbessert.

Kirsten wurde bereits zweimal in einer psycho-somatischen Klinik behandelt. Mit Erfolg. Die 39-jährige ehemalige Bankangestellte gewinnt allmählich wieder mehr Kontrolle über ihr Leben.

Als die Zwangserkrankung bei der 30-jährigen Irene ausbrach, handelte sie schnell und ließ sich von Experten behandeln. Heute scheint ihr Leiden besiegt.

SPIEGEL TV Extra begleitet Betroffene bei ihrem schwierigen Kampf gegen den Zwang.