"Ordnung muss sein!": Die Rückkehr deutscher Disziplin - DER SPIEGEL
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"Ordnung muss sein!" Die Rückkehr deutscher Disziplin

Raucher dürfen seit Jahresbeginn vielerorts nur noch außerhalb ihrer Stammkneipe dampfen und qualmende Vehikel kommen ohne Feinstaub-Plakette nicht mehr in städtische Umweltzonen. Doch nicht nur der Gesetzgeber, sondern auch private Biedermeier schauen vermeintlichen Sündern immer hartnäckiger auf die Finger.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Nörgelnde Nachbarn zwingen eine Frau wegen ihrer zwitschernden Wellensittiche zum Bau eines 5000-Euro teuren Lärmwalles. Unechte Blitzanlagen, falsche Zebrastreifen sowie ein Plastik-Polizist, genannt "Radar-Walter" sollen unverbesserliche Raser zur Räson bringen.

Nicht überall stößt das private Engagement der selbsternannten Ordnungshüter gegen tägliches Unrecht auf Verständnis. „Der größte Lump im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant“, brachte August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, Verfasser der deutsche Nationalhymne, schon im 19. Jahrhundert seinen Ärger über penible Wächter der Moral zum Ausdruck.

Häufig enden kleinere Zwistigkeiten vor dem Amtsgericht – der Ruf nach Ordnung kann zu jahrelangen Reibereien führen.

Die Rückkehr deutscher Disziplin - SPIEGEL TV Extra begleitet Hausmeister, Bürgerwehren und Müllwächter bei ihrem persönlichen Kampf gegen tägliche Unsitten.