Unterwegs mit Gerichtsvollziehern: Arm oder dreist? - DER SPIEGEL
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Unterwegs mit Gerichtsvollziehern Arm oder dreist?

Sie machen nur ihren Job, haben reichlich Kundschaft und gehören trotzdem zu den unbeliebtesten Menschen im Lande. Die Männer und Frauen mit dem Kuckuck kassieren dort, wo vermeintlich nichts mehr zu holen ist. Gerichtsvollzieher – ein Ausnahmejob mit vergleichsweise glänzenden Konjunkturaussichten.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die Zahl überschuldeter Haushalte hat sich innerhalb der vergangenen 20 Jahre mehr als verdoppelt – Börsencrashs und Bankenkrisen werfen ihre Schatten voraus.

Seit rund 30 Jahren pfändet, räumt und versteigert Hans Wilhelm Siegel im westfälischen Kamen – im Auftrag der Gläubiger. Einige Schuldner haben den Gerichtsvollzieher dafür bereits beschimpft, geohrfeigt und mit Waffen bedroht. Klingelt Siegel an den Haustüren versuchen Betroffene verzweifelt oder trickreich ihr Hab und Gut zu verteidigen. Mit prüfendem Blick muss der Gerichtsvollzieher binnen kürzester Zeit entscheiden, wer betrügt und bei wem wirklich nichts mehr zu holen ist – ein schmaler Grat zwischen beruflicher Verpflichtung und menschlichem Mitgefühl.

In Leipzig ist Obergerichtsvollzieher Uwe Naumann nur einer von zwei Gerichtsvollziehern, die auch öffentliche Zwangsversteigerungen durchführen. Hier landet alles persönliche Hab und Gut, welches Naumann bei seinen Räumungen gepfändet hat. Manch einer hofft hier auf ein Schnäppchen aus dem Schuldner-Fundus.

Spiegel TV Extra begleitet Gerichtsvollzieher in Berlin, Leipzig sowie im Ruhrgebiet und dokumentiert Schicksale von Menschen die, ob mit oder ohne persönliche Schuld, vor einem riesigen Schuldenberg stehen.