Mietnomaden: Der Feind in meinem Haus - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Mietnomaden Der Feind in meinem Haus

Sie ziehen ein, zahlen keinen Cent und gehen erst nach langem Streit: Mietnomaden. Zwischen 1,5 und 2 Millionen soll es mittlerweile in Deutschland geben.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Vor Vertragsabschluss geben sie sich meist weltgewandt und täuschen einen gehobenen Lebensstil vor. Doch sind sie erst einmal eingezogen, folgt das böse Erwachen: Sie nutzen jedes juristische Schlupfloch, um so lange wie möglich zu bleiben. Der Vermieter sieht von ihnen keinen Cent und meistens hinterlassen sie das pure Chaos.

Als sich Dennis Peters aus Bleckede bei Lüneburg im Mai 2007 ein Doppelhaus für nur 142.000 Euro ersteigert, kann er sein Glück kaum fassen. Doch schnell entpuppt sich das Schnäppchen als Albtraum, denn der Mieter ist ein aggressiver Mietnomade und zu allem Überfluss auch noch Chef einer Truppe, die sich auf Einmietbetrug spezialisiert hat. Er bedroht, beschimpft und beleidigt Peters und seine Familie: "Ich mach dich finanziell und psychisch fertig!", soll er damals gesagt haben.

Kaum hat Peters einen Räumungstitel gegen den verhassten Mieter, meldet sich der nächste an, gegen den erneut geklagt werden muss. 15 Monate und 24 Neuanmeldungen später ist der Hausbesitzer am Ende seiner Kräfte. Erst ein Polizeieinsatz beendet den Albtraum des Vermieters.