Karen Oehme Opfer eines Serienkillers?
Mit Zigarettenkippe zum Täter: Dank moderner DNA-Analyseverfahren können die Ermittlungsbehörden auch lange zurückliegenden Verbrechen aufklären
Foto: Oliver Berg/ picture-alliance/ dpa/dpawebAm Körper und an Kleidungsstücken der Toten finden Beamte der Mordkommission Sperma, einen blutigen Handabdruck und Faserspuren. Die Obduktion ergibt, dass Karen Oehme mindestens zweimal vergewaltigt und erwürgt worden war. Der Täter, so glaubt man, sei schnell gefunden. Doch selbst zahlreiche Hinweise aus der Bevölkerung, sowie ein Beitrag im Rahmen der Sendung "Aktenzeichen XY" führen nicht weiter.
Knapp sechs Jahre später geschieht ein weiterer mysteriöser Mord: in der französischen Kleinstadt Avallon wird die vierundzwanzigjährige Studentin Sylvie Baton tot aufgefunden - in ihrer Badewanne. Sie wurde erwürgt und mehrmals vergewaltigt. Doch die Tat bleibt zunächst ein Rätsel. Ebenso wie eine Reihe weiterer Morde an jungen Frauen in der Region.
Erst Jahre nach diesem Mord wird in Deutschland die DNA-Analyse eingesetzt. Bernhard Brinkmann vom Rechtsmedizinischen Institut der Uni Münster untersucht im März 1992 die an der Toten gefundenen Spermaspuren zum ersten Mal mit Hilfe der neuen Technik. Zunächst ohne Erfolg. Aber der Rechtsmediziner hat Geduld.
Im Dezember 2000 wird endlich das DNS-Profil des Täters ist identifiziert: Es ist der wegen mehrfacher Vergewaltigung vorbestrafte Ulrich M.. Nach seiner Verurteilung 2002 werden neue Erkenntnisse im Mordfall der Studentin Sylvie Baton bekannt. Auch dort werden Spermaspuren gefunden, die Ulrich M. zugeordnet werden können. Hat der Mörder der 25-jährigen Tierärztin auch die junge Frau in Frankreich umgebracht?
In der Dokumentation über den Fall Karen Oehme werden die letzten Stunden des Opfers, der vermutliche Tathergang, die Arbeit der Mordkommission und des Rechtsmediziners Bernhard Brinkmann minutiös rekonstruiert. Karen Oehme war M.s erstes Opfer. Aber sie war womöglich nicht sein einziges.
Zur Zeit befindet sich Ulrich M. in Frankreich und wartet dort auf seinen Prozess. Dieser soll Ende des Jahres stattfinden.
Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Fassung hieß es im Vorspann, das Opfer sei am 23. Juli 1983 gefunden worden. Richtig ist der 13. Juli 1983. Wir haben den Fehler korrigiert.