Frachtriesen Der Gigant der Meere - auf See mit dem weltgrößten Containerschiff
Nur wenige Häfen auf der Welt sind in der Lage, diese Ozeanriesen einzudocken. Bei Blohm & Voss wurde das Schiff in sechs Tagen und fünf Nächten generalüberholt und mit frischer Farbe versehen. Dann ging es für die 30 Crewmitglieder Richtung Bremerhaven und weiter nach Fernost mit Ziel Japan. Zum Alltag der Besatzung gehört die Überwachung der Navigation, der Dieselmotoren und der Cargoräume auf ihrer dreimonatigen Reise um die halbe Welt.
SPIEGEL TV begleitete das Schiff und seine Mannschaft während der Reparaturen im Trockendock, auf der Fahrt nach Bremerhaven und bei der Beladung im Containerterminal.
Immerhin die Nummer zwei - Hamburger Hafen ganz groß
Der Hamburger Hafen ist einer der wenigen Häfen weltweit, die in der Lage sind, Ozeanriesen wie die "Sovereign Maersk" aufzunehmen. Mit über 300 Liegeplätzen, drei Millionen Quadratmeter überdachter Lagerflächen und rund 200 zum Teil computergesteuerten Containerbrücken ist Hamburg mit Abstand der bedeutendste Hafen der Bundesrepublik. Jedes Jahr erreichen rund 12.000 Schiffe den hundert Kilometer vom Meer entfernten Elbehafen.
Bei der Abfertigung zu Wasser und zu Land ist für den Anschlussverkehr vor allem die Geschwindigkeit erheblich. So ist 24 Stunden am Tag an 362 Tagen im Jahr der Dienst für Containerschiffe in Betrieb. Frachter aus Australien, Afrika, der Levante, der Karibik, aus Skandinavien und aus Großbritannien machen ständig im Hamburger Hafen Station.
1999 erzielte der Hamburger Hafen ein Rekordergebnis: Mit einem erheblichen Wachstum von 6,8 Prozent wurden 81 Millionen Tonnen Seegüter umgeschlagen. Der Containerumschlag steigerte sich gar um 10,8 Prozent auf über 40 Millionen Tonnen.
Führender Containerhafen in Europa ist Rotterdam, dessen Hafen fast doppelt so viel Container wie der Hafen der Hansestadt umschlägt. Doch dahinter hält Hamburg im europäischen Containerverkehr den zweiten Platz. In der Welt rangiert der Hamburger Containerhafen mit Platz 7 weiterhin unter den zehn größten der Welt.
Die Zuwächse erklären sich vor allem daher, dass sich die Märkte in Russland und Fernost nach den schweren Krisen vor zwei Jahren nun wieder stabilisieren. Fernost spielt für Hamburg überhaupt die zentrale Rolle: Es ist das häufigste Fahrtziel für Schiffe im Hamburger Hafen - der Anteil des Fernostverkehrs stellt fast die Hälfte des Containerumschlags und rund ein Viertel des Gesamtumschlags in Hamburg.
Nach einer Vertiefung und Verbreiterung der Elbe zum Dezember 1999 setzen jetzt mehr Reedereien noch größere Containerschiffe ein. In der neuen Fahrrinne können Schiffe mit einem Tiefgang von bis zu 12,80 Meter jetzt tideunabhängig den Hamburger Hafen anlaufen, tideabhängig sogar bis zu einem Tiefgang von 15,10 Meter.
Das Einlaufen der "Sovereign Maersk", die einen Tiefgang von 14,50 Meter hat, war im September dagegen noch ein kleines Kunststück. Das Dock, in das das Containerfrachtschiff zur Inspektion einlief, musste zuvor geflutet werden. Da die Elbe im Hafenbereich für den Riesen zudem zum Wenden zu schmal ist, musste das 43 Meter breite Schiff vor der Einfahrt in das Dock kehrt machen und dann rückwärts einfahren - mit Hilfe je eines Schleppers sowohl am Heck als auch am Bug. In Zentimeterarbeit wurde die "Sovereign Maersk" so zwischen die Kaimauern des Docks bugsiert.