Vom Rasen, Blitzen und Kassieren: Autofahrer in der Radarfalle - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Vom Rasen, Blitzen und Kassieren Autofahrer in der Radarfalle

Wenn Werner Erdhaus durch sein Fernglas späht, hat er den Feind im Visier. Der fühlt sich unbeobachtet und liegt in einem unscheinbaren blauen Passat Kombi ebenfalls auf der Lauer. Der junge Mann am anderen Fernglas ist Verkehrsüberwacher der Stadt Osnabrück und hat an diesem Morgen schon mehr als dreißig Autofahrer geblitzt.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

"Zum Kotzen" findet das Erdhaus, der als Vorsitzender der Autofahrerschutzvereinigung den "Wegelagerern vom Ordnungsamt" den Kampf angesagt hat. Mit rund zehn seiner insgesamt 600 Mitglieder zieht er Woche für Woche los und protokolliert Standpunkte und Uhrzeiten von Radarwagen und scharfgemachten "Starenkästen".

Über fünf Millionen Handzettel haben Erdhaus und seine Sympathisanten in vier Jahren an Autofahrer verteilt, um vor der "Abzockerei" zu warnen. Doch wie in Osnabrück, so haben Polizei und Kommunen bundesweit längst zum Gegenangriff ausgeholt, um Querulanten auszutricksen, Schnellfahrer zu stellen und Stadtkämmerer glücklich zu machen.

Mit High-tech-Geräten können sie jetzt sogar während der Fahrt blitzen, sind mit winzigen Laserpistolen kaum noch zu sehen, verfolgen Temposünder bis an die Haustür und bestellen Gesichtsgutachter, um die Identität von Verdächtigen zu klären.

SPIEGEL TV Extra mit einer Reportage über Raser und Fallensteller.