Gefängnisalltag: Mehr Verbote als Gefangene - DER SPIEGEL
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Gefängnisalltag Mehr Verbote als Gefangene

Strafe ist ein einträglicher Industriezweig, vor allem in den Vereinigten Staaten von Amerika.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?



Im Bundesstaat Texas haben viele der ehemaligen Cowboys umgesattelt: von der Viehzucht zur Gefangenenbetreuung. Mittlerweile gibt es in keinem anderen Landstrich der USA so viele Gefängnisse wie in der Heimat von J.R.. Eine der sogenannten Erziehungsanstalten liegt in Humble bei Houston/Texas und beherbergt 34 junge Frauen. Ein Straflager, in dem es mehr Verbote als Gefangene gibt. Resultat der harten Schule: weniger Rückfälle als in anderen Gefängnissen.

Im größten Hochsicherheitsgefängnis der USA, in Angola/Louisiana, sitzen 5000 Männer ein. Über die Hälfte von ihnen werden den Rest ihres Lebens hinter Gittern verbringen. Dieser Ort des Strafvollzugs ist daher längst zum Altersheim geworden. Fast jede Woche stirbt ein Insasse. Allein die Kosten für die medizinische Versorgung kranker und greiser Häftlinge belaufen sich auf 6 Millionen Euro jährlich. Der älteste Häftling ist 87 Jahre alt. Trotzdem hält die Gefängnisleitung an den lebenslänglichen Strafen fest. Denn wer hier sitzt, ist ein Schwerverbrecher: er hat geraubt, gemordet oder vergewaltigt.

Ein Film über einen ganz normalen Tag zwischen Morgenappell, Drill und Gehirnwäsche in den zwei berüchtigtesten Gefängnissen der USA.