Der Todesengel von Auschwitz: Die Judenverfolgung im Dritten Reich - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Der Todesengel von Auschwitz Die Judenverfolgung im Dritten Reich

Er summte gern Opernmelodien, wenn er an der Selektionsrampe stand und mit kleinen Handbewegungen Frauen oder Kinder in die Gaskammer schickte - der "Todesengel von Auschwitz".
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?



Am Ende zählte der berüchtigte SS-Arzt Josef Mengele zu den grausamsten Tätern der Nazidiktatur. Geflüchtet, weltweit verfolgt - aber nie gefasst: Ein Mann, dessen Verbrechen sich auflisten wie der Katalog des Horrors und des Schreckens. 40.000 unschuldige Opfer hatte er ins Gas geschickt, doch bekannt wurde Josef Mengele vor allem für seine pseudo-wissenschaftlichen Versuche an Zwillingen; Experimente zum Entschlüsseln genetischer Informationen, mit denen ein reinrassiges Arierdeutschland gezeugt werden sollte.

Nach dem Krieg gelang Mengele die Flucht, und mit den Jahren wucherten Legenden um den furchtbaren Mediziner. Wahre und unwahre Geschichten machten die Runde, der Mythos Mengele beflügelte die Phantasie, immer wieder und überall meldeten sich Augenzeugen, die ihn gesehen haben wollten. So seien auch seine Verfolger, hauptsächlich Mossad-Agenten, tot in Plastiksäcken nach Hause geschickt worden.

Die SPIEGEL-TV-Dokumentation des renommierten israelischen Filmregisseurs Dan Setton basiert auf dem Buch "MENGELE - The Final Account" von Gerald Posner und John Ware. In der Sendung kann man die Originalstimme von Josef Mengele hören - es sind Opernlieder, die der SS-Arzt seinerzeit auf Tonband aufzeichnete. Vor der Kamera berichtet auch Willem Sassen, engster Freund des furchtbaren Verbrechers, erstmals vom gemeinsamen Exil mit dem "Todesengel von Auschwitz".