Seeräuber Die Schrecken der Meere
Seit der Entdeckung der Neuen Welt beherrschten sie die Meere und trieben ihr Unwesen vor allem auf den Handelsrouten der Kolonialmächte. Sie waren raue Männer, Gesetzlose, die den Tod nicht fürchteten. Im Jahr 1878 finden Arbeiter im Hamburger Hafen auf dem ehemaligen Hinrichtungsplatz Grasbrook bei Erdarbeiten einen bis zum Oberkiefer erhaltenen Totenschädel. Nach heutigen kriminaltechnischen und historischen Überlegungen spricht vieles dafür, dass es sich dabei um die Überreste einer Seeräuber-Legende handeln könnte.
In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts kaperte Klaus Störtebecker, der Anführer der berüchtigten Vitalienbrüder, unzählige Schiffe in Nord- und Ostsee. Im Jahr 1400 wurden der Pirat und seine Männer zum Tode verurteilt und vor Hamburgs Toren enthauptet. Mit Hilfe modernster Methoden versuchen Wissenschaftler nun das Geheimnis des 'Störtebecker-Schädels' zu lüften: so soll das archäologische Forschungslabor der Universität Oxford die Authentizität des Schädels prüfen und mit Hilfe von Rechtsmedizinern und einer französischen Künstlerin das Antlitz des Seeräubers rekonstruiert werden.
Eine der schillerndsten Figuren der Seeräubergeschichte ist Sir Henry Morgan. Schon zu Lebzeiten im 17. Jahrhundert ist der Walliser eine gefürchtete Legende. Unter schwarzer Flagge beherrscht der Pirat die karibische See, zeichnet sich durch waghalsige Angriffe und außergewöhnliche strategische Fähigkeiten aus. Da sich seine Beutezüge vor allem gegen den Erzfeind Spanien richten, schlägt die englische Krone den Freibeuter zum Ritter. Ein deutscher Bergungsspezialist hat mit einem Team von Tauchern in der Karibik eines der Schiffe von Sir Henry Morgan entdeckt. Eine Sensation, denn weltweit wurden bisher nur drei Piratenschiffe gefunden. Anhand des Wracks und historischer Dokumente ist es nun erstmals möglich, ein genaues Bild des Treibens von Sir Henry Morgan, dem Piraten seiner Majestät, nachzuzeichnen.