Nacht der Meeresgeschichten See in Not und Seeräuber
See in Not
Jahrzehnte der Überfischung haben große Teile des Meeresboden in eine Unterwasserwüste verwandelt. Kaum ein Grundfisch, der nicht irgendwo auf der Welt vom Aussterben bedroht ist. Die Küstengewässer leiden unter Verschmutzung durch Abwässer und landwirtschaftliche Sickerstoffe. 25 Prozent aller tropischen Riffe - Nahrungsgrundlage von Millionen von Menschen - sind in den vergangenen Jahren unwiederbringlich verloren gegangen. Höchste Zeit unseren Umgang mit den Ozeanen zu überdenken! "See in Not" nimmt den Zuschauer mit zu den Schauplätzen des Geschehens, und greift so unterschiedliche Themen auf wie Kaviarproduktion in Russland, das Delfinsterben im tropischen Ostpazifik, Lachsmast in Norwegen und die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Krill.
Die Show der Tiere
Sie tanzen zu Rockmusik, springen durch Reifen, jonglieren mit Bällen und katapultieren ihre Trainer durch die Luft: Große Tümmler, Robben, Seelöwen und Killerwale aus dem Imperium von "Seaworld". Der amerikanische Konzern betreibt die größten Meeres-Themenparks der Welt. Zu den Pionieren der Branche gehört Wolfgang Kießling. Delfine, Krokodile, Pelikane, Riesenschildkröten und 50.000 andere Fische locken jedes Jahr Millionen Besucher in seinen "Loro Parque".
Seeräuber
Im Jahr 1878 finden Arbeiter im Hamburger Hafen auf dem ehemaligen Hinrichtungsplatz Grasbrook bei Erdarbeiten einen bis zum Oberkiefer erhaltenen Totenschädel. Nach kriminaltechnischen Überlegungen spricht vieles dafür, dass es sich dabei um die Überreste der Seeräuber-Legende Störtebeker handeln könnte. Im Jahr 1400 wurden der Pirat und seine Männer zum Tode verurteilt und vor Hamburgs Toren enthauptet. Mit Hilfe modernster Methoden versuchen Wissenschaftler nun das Geheimnis des "Störtebecker-Schädels" zu lüften: so soll das archäologische Forschungslabor der Universität Oxford die Authentizität des Schädels prüfen und mit Hilfe von Rechtsmedizinern und einer französischen Künstlerin das Antlitz des Seeräubers rekonstruiert werden.
Eine der schillerndsten Figuren der Seeräubergeschichte ist Sir Henry Morgan. Er beherrschte im 17. Jahrhundert die karibische See. Da sich seine Beutezüge vor allem gegen den Erzfeind Spanien richten, schlägt die englische Krone den Freibeuter zum Ritter. Ein deutscher Bergungsspezialist hat mit einem Team von Tauchern in der Karibik eines der Schiffe von Sir Henry Morgan entdeckt. Eine Sensation, denn weltweit wurden bisher nur drei Piratenschiffe gefunden.
Tempel im Chinesischen Meer
Bei seiner Exkursion unweit der japanischen Insel Yonaguni stieß ein Taucher in 25 Meter Tiefe auf eine rätselhafte Felsformation. Das Gebilde, 150 Meter breit, 200 Meter lang und 90 Meter hoch, gleicht einer von Menschen geschaffenen Pyramide. Im Chinesischen Meer erkundet ein internationales Forscherteam das vielleicht älteste von Menschen geschaffene Bauwerk unter dem Meeresspiegel, dessen Alter Experten auf 3.000 bis 10.000 Jahre schätzen.