Sommerzeit Urlaubszeit Die Urlaubsgewohnheiten der Deutschen
Hüllenlos glücklich
Zehn Millionen Deutsche fühlen sich erst dann wirklich frei, wenn sie sich nackt an frischer Luft bewegen können, sie sind FKK-Anhänger. Die 250 Mitglieder des "Lichtbundes Saar" genießen ihre Freizeit unbekleidet - trotz Falten und Pölsterchen. Ob beim Rasenmähen oder Kartoffelschälen, Geselligkeit im Adamskostüm gehört bei den Nudisten zum Vereins-Programm. Die Teilnehmer eines Naturistencamps im Rheinland praktizieren ihre Lebenseinstellung öffentlich. Naturverbunden und umweltorientiert lassen sie auf einer Nackt-Radel-Tour und bei Ringkämpfen in einem Beach-Club die Hüllen fallen. Ob hinter Zäunen oder auf der Straße, für alle Freikörperkultur-Fans gilt: Nacktsein ist das Schönste von der Welt.
Mast- und Schotbruch - mit Hobbyskippern auf der Müritz
Urlaubmachen im eigenen Land ist so gefragt wie noch nie. Deutschlands drittgrößter Binnensee, die Müritz, steht bei Freizeitkapitänen und Wassersport-Profis gleichermaßen hoch im Kurs. Bootsführer, die auf dem sicheren Süßwasser den unerschrockenen Seebären spielen, scheitern an den Schleusen oder den Kontrollen der Wasserschutzpolizei. Wer zwischenmenschlichen Dramen auf den Planken entgehen will, lässt sich auf einem selbstgebauten Floß mit einem 6-Gänge Menü verwöhnen oder mietet sich in ein Ferienhaus mit Sauna, Whirlpool und selbstgebackenem Apfelkuchen ein.
SPIEGEL TV Extra begleitet Leichtmatrosen und andere Urlauber an der Mecklenburgischen Seenplatte.
Dolce Vita im Caravan - Deutsche Camper vor Venedig
Er ist einer der größten Campingplätze Europas, in der Hochsaison bevölkert von mehr als 11.000 Besuchern: Union Lido, gegründet vor fünfzig Jahren von zwei Italienern, damals wie heute beliebt vor allem bei den Germanen. Man spricht deutsch auf dem Platz und auch wenn Venedig gleich um die Ecke liegt - der Markusplatz ist gerade einmal zehn Kilometer Luftlinie entfernt - fühlen sich die deutschen Urlauber hier wie zu Hause in Bochum oder Berlin.
Union Lido - das ist eine umzäunte, in sich abgeschlossene Welt am Ufer der Adria, eine kleine Stadt mit zahlreichen Boutiquen, einem Friseur, einem Waschsalon, zwei Ärzten, sechs Bars, sieben Restaurants, acht Swimmingpools, neun Tennisplätzen und einer Kirche. Der Supermarkt führt Nutella, Rotkohl und Weißwürste, in den Restaurants wird die Pizza meistens von einem Pils begleitet. Für Ordnung auf dem pinienbewachsenen Platz sorgen strenge Bademeister und eine zehnköpfige Sicherheitstruppe, für das "Dolce-Vita"-Gefühl ein Heer von Animateuren.