Deutschland privat Willkommen im 21. Jahrhundert, Teil 2
Nahrungsmittel auf dem Prüfstand: Wie uns die Lebensmittelindustrie den Appetit verdirbt
Foto: DDPDer dctp Nachtclub mit folgenden Themen:
1. Abschied vom Hotel Mama: Die erste eigene Wohnung
Ob alleine kochen, selber bügeln oder ohne fremde Hilfe putzen: Mit dem Auszug aus dem Elternhaus beginnt der Ernst des Lebens. Jedes Jahr wagen Hunderttausende junge Deutsche den Schritt in die Freiheit. Doch der Weg in die eigenen vier Wände ist mühsam.
SPIEGEL TV begleitet junge Menschen bei diesem entscheidenden Lebensabschnitt, bietet Einblicke in den Putzplan einer Hamburger Zivi-Wohngemeinschaft, die Wohnungssuche einer Berliner Studentin und zeigt die Bügel-Premiere eines Stuttgarter Bankierssohnes.
2. Die letzten Tage vor der Pleite
Massenentlassungen in Großbetrieben sorgen für Schlagzeilen, das Ende kleiner und mittelständischer Betriebe wird kaum zur Kenntnis genommen. SPIEGEL TV mit einer Reportage über die letzten Tage von Pleiteunternehmen - Nahaufnahmen von erbosten Mitarbeitern, resignierten Unternehmenslenkern und traurigen Kunden.
3. In rauer See - unterwegs mit einem deutschen Hochseefischer
Kapitän Manfred und seine siebenköpfige Crew sind sturmerprobt. Ihr dreißig Meter langer Kutter "Susi" ist einer der letzten Fischkutter unter deutscher Flagge, die sich von Cuxhaven aus auf den Weg in die nördliche Nordsee machen. Gut zehn Tage dauert eine Fangreise. Die Seemänner arbeiten im Schichtbetrieb, Abwechslung oder Unterhaltung an Bord gibt es kaum. Fischfang auf hoher See ist ein Knochenjob, wenn auch ein gut bezahlter. Die Besatzungsmitglieder sind finanziell am Fang beteiligt. Kurs auf die Heimat wird deshalb erst genommen, wenn der Bauch des Schiffes mit 120 Tonnen Frischfisch beladen ist. Zehn Tage lang hat ein Kamerateam die Seemänner begleitet.
4. Vorsicht Mahlzeit - wie uns die Lebensmittelindustrie den Appetit verdirbt
Ob BSE, verbotene Arzneien im Schweinefleisch oder Nitrofen: die Liste der Krisen und Skandale um unsere tägliche Nahrung scheint endlos. Inzwischen weiß kaum noch ein Verbraucher in Deutschland, was er eigentlich gefahrlos essen kann.
Doch nicht nur die Nitrofenfunde im Biogeflügel verderben den Genuss. Wer aber weiß, unter welchen Bedingungen hierzulande in industrialisierten Betrieben Puten gezüchtet werden, dem vergeht schnell der Appetit: Zusammengepfercht in engen Ställen, in die nie ein Strahl Tageslicht dringt, ohne Auslauf und umgeben von beißendem Ammoniakgeruch, werden die Vögel bis zur Schlachtreife gemästet.
Auch Verbraucher, die auf vermeintlich edle Meerestiere ausweichen, entgehen den fragwürdigen Methoden der Lebensmittelindustrie nicht: die Garnele zum Beispiel, als "Shrimp" längst der Renner alternativer Speisepläne, wird keineswegs aus dem Meer gefischt. Gezüchtet in riesigen, stinkenden Teichen vor allem Lateinamerikas und Südostasiens, ist sie längst zur Turbokrabbe verkommen, aufgepäppelt mit zahlreichen Masthilfsmitteln und hohen Dosen diverser Arzneimittel. Ähnliches gilt für Zuchtlachse aus Skandinavien.
In Mode gekommen ist Fleisch von hierzulande nicht heimischen Tieren, wie Strauß oder Krokodil. Schon können die Importeure derartiger Exoten die Nachfrage nicht mehr befriedigen.
SPIEGEL TV hat bei Züchtern und Lebensmittelfabrikanten nachgeforscht, sprach mit Ernährungswissenschaftlern, nahm fleischlose Bio-Nahrung unter die Lupe und kommt zu dem Schluss: Lebensmittel aus industrieller Massenproduktion schmecken in der Regel schal oder schlecht. Und eines sind sie ganz gewiss nicht: gesund.
5. Zum Ersten, zum Zweiten - Kostbares und Nutzloses unter dem Hammer
Königlich-preußisches Tafelsilber, das Inventar des Musicalproduzenten Stella oder herrenlose Gepäckstücke der Lufthansa - mit deutlichen Handzeichen oder verstecktem Fingerzeig versuchen Interessierte bei Versteigerungen ein Schnäppchen zu machen. SPIEGEL TV über kultiviertes Feilschen in Auktionshäusern.
6. Leben im Extrem - Wenn der Körper die Norm sprengt
Der deutsche Mann ist durchschnittlich 1,80 Meter groß, die Durchschnittsgröße der Frau liegt bei 1,70 Meter, ihr Gewicht beträgt 75 Kilogramm. Ob Konfektionsgrößen, Türrahmenhöhe oder die Reaktion der Mitmenschen - alles richtet sich nach der gesellschaftlichen Norm.
Was aber passiert, wenn ein Zwei-Meter-Zwanzig-Mann eine Hose kaufen will, eine Ein-Meter-Dreißig-Frau nicht an die Türklingel kommt oder ein Körpergewicht von 120 Kilo zu schwer ist für ein deutsches Durchschnittsbett?
7. Das Geschäft mit der Angst - Sicherheitsdienste in Deutschland
Kaum ein Dienstleistungsbereich expandierte in den letzten Jahren so wie die Security Branche. Das Geschäft mit der Angst boomt. In knapp zehn Jahren hat sich die Zahl der privaten Bewachungsunternehmen mehr als verdoppelt. Ob als Bodyguard, Betriebsschützer oder Türsteher, rund 145.000 Menschen in Deutschland verdienen ihr Geld als Sicherheitskraft.
Einen der härtesten, weil gefährlichsten Jobs haben die Türsteher in der Berliner Disco-Szene. Michael Kuhr kontrolliert mit seinen Leuten, wer wann wo reinkommt und wer nicht. Das schafft Feinde. Ausgerüstet mit kugelsicherer Weste, Waffe und Pfefferspray ist er am Wochenende als mobiles Einsatzkommando unterwegs.
Auf dem Chrysanthemenball in München ist der gehobene Veranstaltungsschutz gefragt. Hier agiert die Sicherheitscrew dezent im Hintergrund. Sie eskortiert die Debütantinnen auf dem Weg in den Ballsaal, schirmt den Stargast des Abends, die Popgruppe ATC, ab - und ist immer bereit um sofort einzugreifen, falls es unter den zwölfhundert Gästen zu handgreiflichen Auseinandersetzungen kommen sollte.
Schlägereien und Randale gehören auf Hip Hop oder Death Metal Veranstaltungen dazu. Muskelbepackt, gut trainiert und nicht zimperlich im Umgang mit all zu rabiaten Fans müssen Veranstaltungsschützer dafür sorgen, dass sich die Reibereien im Rahmen halten.
SPIEGEL TV beobachtet Sicherheitsdienste bei ihren Einsätzen zwischen Schlichtung und Schlägerei.