Ausnahmezustand: Die Post im Weihnachtsstress - DER SPIEGEL
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Ausnahmezustand Die Post im Weihnachtsstress

In den Wochen vor Weihnachten herrscht in den rund 13.000 Filialen der deutschen Post der Ausnahmezustand. Geschäftskunden werden belohnt, Freunde gegrüßt und Familienmitglieder beschenkt - eine Herausforderung für die Logistiker im Zeichen des schwarzen Horns.
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Ab Mitte November verdoppelt sich die Zahl der täglich zu befördernden Briefe auf 140 Millionen, die der Pakete verdreifacht sich sogar auf insgesamt sechs Millionen täglich. Um diesen logistischen Aufwand zu meistern, fährt die deutsche Post mit Ihren 230.000 Mitarbeitern Sonderschichten und stellt mehrere hundert zusätzliche Mitarbeiter ein. Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen.

Auf der Schiene, dem Asphalt und in der Luft: Die Post gibt Vollgas, und das vor allem nachts. Eines von vielen imposanten Beispielen ist das so genannte Nachtluftpostnetz. Am Flughafen Frankfurt Main landet täglich gegen Mitternacht eine Flotte gecharterter Linienmaschinen mit eiliger Fracht. 600 Tonnen Briefe und Postkarten übergehen damit - bundesamtlich genehmigt - das Nachtflugverbot. Insgesamt 19 Jets sind während der sonst start- und landefreien Zeit im Luftraum über Deutschland unterwegs. In Plastiksäcken, Kunststoffkisten und Metallcontainern werden die Briefe aus 83 deutschen Briefzentren in die Mainmetropole geflogen. In nur 50 Minuten muss eine gigantische Umladeaktion über die Bühne gehen.

In Hamburg werden derweil jede Nacht riesigen Sonderzüge bereitgestellt, vollgestopft mit Waren, die der deutsche Einzelhandel im Weihnachtsgeschäft verkaufen will und die am 24. Dezember hoffentlich rechtzeitig unterm Baum liegen: 500 Tonnen Lübecker Marzipan, 250.000 Einheiten Herrenduft "Für ihn" und 30.000 schwer entflammbare Kunststofftannenbäumchen werden hier in nur einer Nacht verladen. Eine ganze Lkw-Armada ist bis Heiligabend pausenlos im Einsatz, um Pakete und Briefe rechtzeitig in die Haushalte zu bringen. 19.000 Briefträger sorgen für die termingerechte Zustellung postalischer Weihnachtsgrüße.

Die Spiegel TV-Autoren Mate Spörl, Andreas Ammer und Christina Pohl, waren in den letzten Wochen vor Weihnachten in der ganzen Republik unterwegs. Sie begleiteten Briefträger durch Wattlandschaften und deutsches Hochgebirge, fuhren mit überladenen Pakettransportern durch desolate Arbeiterbezirke und Villenvororte, zeigten die Nachtarbeit in den großen Brief -und Paketzentren, dokumentierten die logistischen Großtaten des Nachtluftpostnetzes und beobachteten Kunden und Mitarbeiter in einem großen Postamt der deutschen Hauptstadt.