Auf den Schienen von Manhattan Die New Yorker U-Bahn
Für Gleisarbeiter, die marode Bahnanlagen flicken oder Polizisten, die in Tunnels nach Graffiti- Sprayern fahnden, bedeutet das nicht selten Arbeit unter Lebensgefahr. Denn weder für notwendige Reparaturen noch für Polizeieinsätze wird der laufende Betrieb gestoppt.
Viele New Yorker hassen die U-Bahn - nicht nur, weil sie zu laut und zu lahm, zu heiß oder zu schmutzig ist. Seit dem Anschlag auf das World Trade Center fährt die Angst in den Zügen mit. Die U-Bahn gilt als potenzielles Ziel für Terroristen und ist ein äußerst verwundbares Verkehrsnetzwerk.
Still gelegte Industriekomplexe und längst vergessene U-Bahn-Tunnel machen New Yorks Unterwelt aber auch zu einem faszinierenden Ort: Zwischen Geisterbahnhöfen, Bunkern und Brücken eröffnen sich ungewöhnliche Perspektiven. Riesige Areale des unterirdischen Labyrinths gelten als unerforscht. Immer wieder werden Stollen oder Gleisanlagen entdeckt, die man über Jahrzehnte einfach "vergessen" hatte. Für viele Menschen sind die Lebensadern Manhattans auch Lebensraum - das zeigte sich spätestens am 11. September, als mit dem Einsturz des World Trade Center viele Obdachlose ihre Bleibe in der U-Bahn-Station unter den Zwillingstürmen verloren. Wie viele Menschen im U-Bahnhof unter dem Schuttberg begraben wurden, ist nicht bekannt.