Sozialhilfedetektive, Teil 2 Mit Prüferinnen unterwegs in Berlin
Im Berliner Bezirk Steglitz-Zehlendorf gibt es 11.000 Sozialhilfeempfänger und sieben Sozialprüfer, darunter Viola Stellmach und Marina Pomplun. Das Nobelviertel ist berüchtigt für seine individuelle Betreuung, auf jede Prüferin kommen im Schnitt 1500 Fälle - im übrigen Berlin sind es viermal so viele. Tatsächlich werden in diesem Bezirk 40 Prozent aller Sozialhilfeanträge beanstandet. Der Berliner Finanzsenator würde deshalb am liebsten ein Heer von 500 Prüfern losschicken und verspricht sich davon Einsparungen bis zu 30 Millionen Euro.
Ein Drittel aller Hilfeempfänger in Berlin ist im besten Arbeitsalter zwischen 18 und 35, das stellen auch Viola Stellmach und Marina Pomplun immer wieder kopfschüttelnd fest. Da ist der 27-Jährige, den seine Freundin rausgeworfen hat und der sich jetzt stattdessen vom Sozialamt versorgen lässt. Oder die 19-Jährige, die eine komplette Wohnungseinrichtung plus Waschmaschine beantragt und auch noch die Verstopfung im Bad vom Amt beseitigt sehen will.
Liegt der Fehler im System oder sind das Einzelfälle? Das fragen sich die Prüferinnen fast täglich. SPIEGEL TV-Autorin Utta Seidenspinner beobachtete sie bei ihrer Arbeit.
NICHT MEHR ALLEIN ZU HAUSE
Sozialfahnder auf Tour
Was tun, wenn der Kontrolleur vom Sozialamt vor der Tür steht? Reinlassen oder rausekeln? Auch für die Männer und Frauen vom Sozialamt sind Hausbesuche eine prekäre Sache. mehr...
SOZIALHILFE
Lächeln und lügen
Städte und Gemeinden setzen verstärkt Detektive ein, um Sozialbetrügern auf die Schliche zu kommen - und sparen so Millionenausgaben. mehr...