Sozialhilfedetektive, Teil 3 Mit Prüferinnen unterwegs in Berlin
24 Milliarden Euro kostet die Sozialhilfe in Deutschland pro Jahr, davon gehen zwei Milliarden an das Land Berlin. Das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf besucht im Monat rund 200 Sozialhilfeempfänger persönlich. Überprüft werden sollen zum einen die Bedürftigkeit, zum anderen aber häufig die Wohnverhältnisse.
Nach Schätzungen leben rund 18 Prozent der Sozialhilfe-Singles in Wahrheit mit einem finanzkräftigen Partner zusammen. Dessen Einkommen müsste eigentlich zu dem des Hilfeempfängers dazugerechnet werden, und damit würde die Sozialhilfe gestrichen. Bei angeblichen Untermietern lautet deshalb die erste Frage: Wie wirtschaften sie? Ob die Socken gemeinsam geschleudert werden oder das Doppelbett auch doppelt bezogen ist - das entscheidet schließlich, ob den Wohngenossen auch ein Wohn-Verhältnis unterstellt wird. Kann man zum Beispiel zehn Jahre zusammen leben und trotzdem nicht zusammenleben? Ist ein fremder Mann in der Wohnung Indiz genug?
SPIEGEL TV-Autorin Utta Seidenspinner beobachtete die Sozialhilfeprüferinnen bei ihrer Arbeit.
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