Das unterirdische Reich, Teil 2 Die geheimen Welten der Nazis
Sklavenarbeiter mussten bis Kriegsende unter unmenschlichen Bedingungen kilometerlange Tunnel in Berge graben, um die Rüstungsproduktion der Nazis zu sichern.
SPIEGEL TV-Autor Michael Kloft und der Historiker Michael Foedrowitz haben für ihre Reportage einige dieser heute vergessenen Anlagen erforscht und die Geschichte des "unterirdischen Reiches" rekonstruiert. Sie entdeckten unveröffentlichtes Archivmaterial und sprachen mit vielen Zeitzeugen. Es entstand ein faszinierender Einblick in fantastische unterirdische Welten, die nur mit Sondergenehmigung betreten werden dürfen.
TEIL 2
Von Festungen und Führerbunkern
Bob Knight von der 617. Schwadron der Royal Air Force, den berüchtigten "Dambusters" erinnert sich noch genau an jenen 24. Juni 1944, als er mit einer betonbrechenden 12.000 Pfund Tallboy-Bombe die geheimen Bunkeranlagen von Wizernes in Nordfrankreich zerstörte. Auf persönlichen Befehl Winston Churchills sollten alle Anlagen, von denen aus England tödlich bedroht werden konnte, dem Erdboden gleich gemacht werden. Die Alliierten fürchteten eine neue Generation deutscher "Wunderwaffen", die nicht nur konventionellen Sprengstoff transportieren konnten.
Am 30. April 1945 verübte Adolf Hitler in seinem letzten unterirdischen Führerhauptquartier in der Berliner Reichskanzlei Selbstmord. Erst danach wurden im ganzen untergehenden Dritten Reich die gigantomanischen unterirdischen Bauvorhaben eingestellt. In einigen der unfertigen Stollenanlagen stecken noch heute Sprengstoffkapseln und Bohrgeräte in der Wand. Zehntausende Sklavenarbeiter wurden von den Siegern befreit, die geheimen Anlagen der Nazis von alliierten Experten durchforstet.
Für den zweiten Teil seiner Reportage hat SPIEGEL TV-Autor Michael Kloft unter anderem das unterirdische Führerhauptquartier "Riese" im ehemaligen Niederschlesien erforscht und sich den Mythos der so genannten "Alpenfestung" näher angesehen. Am Obersalzberg in Berchtesgaden erhielt er eine Sondergenehmigung, die unterirdischen Bunkeranlagen der Naziführung mit einem Expertenteam zu erforschen.
SPIEGEL TV-Autor Michael Kloft
Auf der Suche nach der farbigen Vergangenheit
Schon während seines Politik-Studiums beschäftigte sich der 1961 in Bonn geborene Michael Kloft intensiv mit dem Dritten Reich. Als freischaffender Autor war er für verschiedene zeithistorische Fernsehdokumentationen bei "Chronos-Film" und SPIEGEL TV tätig. 1992 beteiligte er sich als Regieassistent von Heinrich Breloer an der Produktion "Wehner - Die unerzählte Geschichte". mehr...