Voll krass! Berufsschule im Ausnahmezustand
Vor den Augen der Klassenkameraden ruft der Lehrer abwesende Schüler zu Hause an. Doch viele erscheinen trotz der Kontrollanrufe nicht.
Für das Leben lernen sollen die Schüler der so genannten "bbs 6". Am Ende des Berufsvorbereitungsjahres schaffen 80 Prozent von ihnen den Hauptschulabschluss nicht. Viele Jugendliche können nicht einmal ein 14-tägiges Praktikum absolvieren, weil sie unfähig sind, morgens pünktlich aufzustehen.
SPIEGEL TV-Autorin Christina Pohl hat den Unterricht an der "bbs 6" begleitet und konnte beobachten, wie schwer sich viele Schüler mit dem Lesen, Schreiben und Rechnen tun. Konzentration ist bei dem permanent hohen Lärmpegel ohnehin kaum möglich: Der eine hört Walkman, der andere spielt mit dem Handy, der nächste pöbelt seine Mitschüler an.
Doch die Lehrer der "bbs 6" kämpfen um ihre Schüler: Sie verlegen den Unterricht ins Fitnessstudio, veranstalten Breakdance und Rap in der Pausenhalle, machen Hausbesuche bei den Eltern. Erfolgreich ist dieses Animationsprogramm allerdings nicht. Nur eine Minderheit lässt sich dadurch zu regelmäßigem Schulbesuch bringen, die meisten verlassen die Schule ohne Abschluss.
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