Mordfall Hilal: Ein Fahnder gibt nicht auf - DER SPIEGEL
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Mordfall Hilal Ein Fahnder gibt nicht auf

Vor fast genau sechs Jahren, am 27. Januar 1999, verschwand in Hamburg ein kleines türkisches Mädchen. Die zehnjährige Hilal Ercan wurde zuletzt nur wenige Meter vor der eigenen Haustür gesehen, danach verliert sich ihre Spur. Nichts ist von ihr geblieben, kein Bekleidungsfetzen, keine Faserspur, kein Leichnam. Die Hamburger Polizei ermittelt bis heute.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Nach einer der größten Fahndungsaktionen in der Hamburger Kriminalgeschichte geht die Polizei von einem Sexualmord aus, doch es fehlt die Gewissheit. Eine Sonderkommission arbeitete elf Monate lang Tag und Nacht - auch in der Türkei -, Bereitschaftspolizisten durchkämmten mehrfach Felder und Wälder, Leichensuchhunde wurden aktiviert, die Bundesluftwaffe überflog fragliche Gebiete mit Wärmebildkameras.

Sicher ist seitdem für den damaligen SOKO-Leiter Reinhard Chedor nur eines: "Die Familie hat mit dem Verschwinden von Hilal definitiv nichts zu tun". Geblieben ist nur ein Verdacht: Wenige Wochen nach Hilals Verschwinden wurde ein anderes gleichaltriges Mädchen in Hamburg missbraucht, dann vom Täter aber freigelassen. Er konnte schnell überführt werden und sitzt bis heute in Haft. Es gibt jedoch auffällige Parallelen zum Fall Hilal. Und: Für den Tag des Verschwindens der kleinen Türkin hat der Mann kein Alibi.

"Es bleiben Fragen", sagt Chefermittler Chedor. "Wir werden nicht locker lassen, bis wir Hilals Schicksal aufgeklärt haben".

SPIEGEL-TV-Autorin Beate Schwarz hat mit Hilals Eltern gesprochen, die Fahnder von einst befragt und den Fall rekonstruiert, der als Vermisstensache begann und sechs Jahre danach als eine der schwierigsten Ermittlungen der Hamburger Polizei noch immer ungeklärt ist.