Die letzte Adresse Ein Hochhaus wird abgerissen
Gründe dafür gibt es viele: Seit Jahren hat die stadteigene Grundstückgesellschaft Trave nicht genügend Mieter gefunden. Immer mehr Wohnungen standen leer, die Konflikte unter den Bewohnern häuften sich, das Haus bekam immer mehr das Image eines Ghettos. Eine dringende Sanierung hätte zwölf Millionen Euro gekostet.
Deshalb entschied die Trave 2001, das Haus im Zuge des vom Bund geförderten Programms "Stadtumbau West" abzureißen. Für alle Mieter, die zum Teil von Beginn an dort lebten, bedeutete dies: Sie mussten unfreiwillig umziehen. Umzugsmanager standen vor der Mammutaufgabe, für alle Mieter neue Wohnungen zu organisieren. Das Ende des Pinassenhochhauses bedeutete auch das Ende einer Idee: Die Architektur der großen Wohnsiedlungen war gescheitert.
SPIEGEL-TV-Autorin Jutta Lang hat in einer Langzeitbeobachtung über ein Jahr Mieter, Vermieter, Städteplaner und Abrissunternehmer beobachtet und dokumentiert das Ende eines Ghettos - ein Ende, das für viele ein Neuanfang bedeutete.