75 Jahre Reichstagsbrand: Flammendes Fanal - DER SPIEGEL
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75 Jahre Reichstagsbrand Flammendes Fanal

Vor genau 75 Jahren, am 27. Februar 1933, steht der Berliner Reichstag, das Symbol der Demokratie von Weimar, in Flammen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Genau vier Wochen ist Adolf Hitler an der Macht. Der Reichstagsbrand gibt den Nationalsozialisten den Vorwand, ihre Gegner brutal zu verfolgen und ist so ein entscheidendes Ereignis auf dem Weg zur NS-Diktatur. Seit dem Brand ist umstritten, wer die Urheber waren. Am Tatort verhaftet wird der holländische Anarchist Marinus van der Lubbe, der in zahlreichen Verhören beteuert, er allein habe das Feuer gelegt. Die Nazi vermuten eine kommunistische Verschwörung, ihre Gegner glauben, daß Hitler selbst den Brand in Auftrag gegeben hat.

1959 enthüllte DER SPIEGEL, daß der 1934 hingerichtete van der Lubbe ein Einzeltäter gewesen sei. Verschwörungstheoretiker bestreiten das bis heute.

Der Berliner Journalist Sven Felix Kellerhoff hat für sein neues Buch "Der Reichstagsbrand - die Karriere eines Kriminalfalls" noch einmal alle verfügbaren Dokumente ausgewertet.

Vor allem in den polizeilichen Ermittlungsakten von 1933, die erst seit dem Ende der DDR für Wissenschaftler zugänglich sind, fand er viele Belege für die These von der Einzeltäterschaft.

SPIEGEL-TV-Autor Michael Kloft hat mit Kellerhoff Originalschauplätze besucht und die Ermittlungsakten angesehen. Mit seltenen, teilweise unveröffentlichten Filmaufnahmen und Fotos rekonstruiert er die Brandstiftung, die zu einem Wendepunkt für die Geschichte des 20. Jahrhunderts wurde.