Einfuhr Verboten? - Öffnen erlaubt! Die Postkontrolleure vom Zoll, Teil 3
Die Beamten sind skeptisch. Denn in der Flüssigkeit, mit der man weiße Flocken aufwirbeln kann, könnte Kokain aufgelöst worden sein - es wäre nicht das erste Mal. Ohne zu zögern, greift der Grenzbeamte zur Handsäge.
Über 3200 Mal fanden Mitarbeiter der sogenannten Überwachungsgruppe im vergangen Jahr Drogen in Briefen, Päckchen und Paketen, so viel wie nie zuvor. Bis zu 88 Rollcontainer Post werden von vier Mitarbeitern täglich nach Rauschgift durchsucht. Nur etwa zehn Prozent der Sendungen bleiben in Deutschland. Die übrige Transitfracht geht vorwiegend in andere europäische Länder und nach Südafrika. Mindestens drei Tonnen Briefe und Pakete kontrolliert jeder Zöllner pro Schicht.
Außer den Drogenfahndern arbeiten noch weitere 60 Staatsdiener im Frankfurter Postzentrum. Jede verdächtige Lieferung, die nach Deutschland kommt, wird aus dem Verkehr gezogen. In Folge 3 der fünfteiligen Serie geht es nicht nur um das Aufspüren von Kokain. Die Zöllner müssen auch andere knifflige Fragen lösen: Verstößt die Einfuhr einer Gürteltier-Gitarre gegen das Artenschutzabkommen? Wann ist ein Pornofilm Gewalt verherrlichend oder nicht jugendfrei? Dürfen NS-Devotionalien ins Land? Und: Enthält ein chinesisches Rheumapflaster tierische Substanzen einer geschützten Spezies?
Mehrere Wochen lang durfte SPIEGEL-TV-Autor Markus Grün in den Zollhallen am Frankfurter Flughafen filmen, fast ohne jede Einschränkung. Die Oberfinanzdirektion Koblenz erteilte für die Dreharbeiten eine bislang einmalige Ausnahmegenehmigung.