Einfuhr Verboten? - Öffnen erlaubt! Die Postkontrolleure vom Zoll, Teil 5
Der große Postsack kommt aus Lagos, Nigeria. Zielort ist die spanische Hauptstadt Madrid. Immer wieder werden auf dieser Route Dokumente geschmuggelt.
Die Zollfahnder kennen das schon. Vorsichtshalber wird deshalb jedes einzelne Paket dieser Sendung kontrolliert. Schon beim Durchleuchten entdeckt ein Zollbeamter auf dem Bildschirm etwas, das verdächtig an die Umrisse eines Passes erinnert. Beim anschließenden Abtasten des Umschlages fühlt der Beamte durch die Verpackung hindurch eine Naht. Für den erfahrenen Zöllner ist klar: Es handelt sich um einen aufgeschlagenen Reisepass.
185 Pässe aus Nigeria wurden im vergangenen Jahr im Postzentrum am Frankfurter Flughafen entdeckt verborgen in DVD-Hüllen oder anderen Verstecken. Sogenannte boat-people aus Afrika können sich auf diese Weise in Europa eine neue Identität verschaffen.
Tausende von Ausweisen, Geburtsurkunden und Heiratsdokumenten echt, gefälscht oder gestohlen - wurden in den vergangen zwei Jahren bei der Zollkontrolle aus dem Verkehr gezogen.
In Folge fünf der Serie über die Zöllner am Frankfurter Flughafen entdecken Grenzbeamte nicht nur Kokain und Heroin in teilweise äußerst raffinierten Verstecken.
Sie müssen sich auch mit einem sogenannten Double Action Revolver aus den USA beschäftigen. Nur wenn ein Projektil durch den Lauf getrieben werden kann, handelt es sich tatsächlich um eine Waffe. Und die dürfte die Grenzen der EU nicht ohne weiteres passieren. Zwar erscheint der Colt den Beamten echt, die Trommel aber lässt sich nicht laden.
Kollegen werden um Rat gefragt, Internet und Nachschlagewerke konsultiert, doch das Rätsel scheint unlösbar...
Mehre Wochen lang durfte SPIEGEL-TV-Autor Markus Grün in den Zollhallen am Frankfurter Flughafen filmen, fast ohne jede Einschränkung. Die Oberfinanzdirektion Koblenz erteilte für die Dreharbeiten eine bislang einmalige Ausnahmegenehmigung.