Einfuhr Verboten? - Öffnen erlaubt!: Die Postkontrolleure vom Zoll, Teil 6 - DER SPIEGEL
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Einfuhr Verboten? - Öffnen erlaubt! Die Postkontrolleure vom Zoll, Teil 6

Ein kleiner Kaktus bereitet Zöllnerin Jeanette Schulz Sorgen. Das Stachelgewächs aus Thailand wurde mit der Post nach Deutschland verschickt. Auf der sogenannten Paketinhaltserklärung steht jedoch "Gegenstände aus Keramik" Die Beamtin vermutet: Bei der Pflanze könnte es sich um Schmuggelware handeln.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Viele Kakteen sind vom Aussterben bedroht und stehen überwiegend unter Artenschutz. Außerdem darf kein ausländisches Gewächs ohne Kontrolle in die Deutsche Botanik gelangen. Immer wieder bedrohen winzige Schädlinge aus Übersee die heimische Fauna.

Mitarbeiter des Pflanzenschutzdienstes untersuchen deshalb jegliches Grünzeug, das in die EU eingeführt werden soll. Außerdem nehmen Gärtner eine Artenbestimmung vor, um den Handel mit vom Aussterben bedrohter Gewächse zu unterbinden. Doch Exporteure und Sammler arbeiten mit allen Tricks, um exotische Raritäten über die Grenze zu schleusen. 300 Verstöße gegen den Artenschutz registrierten die Mitarbeiter des internationalen Postzentrums am Frankfurter Flughafen im vergangenen Jahr.

In der letzten Folge unserer Serie beschlagnahmen Grenzbeamte unter anderem eine Großsendung extrem seltener, geschützter Orchideen aus Vietnam.

Ein Fall für die Staatsanwaltschaft. Der Empfänger muss mit einem Verfahren rechnen. Außerdem entdecken Mitarbeiter der sogenannten Überwachungsgruppe große Mengen von Kokain in Honiggläsern und Cremedosen - Gesamtwert mehrere Hunderttausend Euro - sowie Marihuana, nur unzulänglich versteckt in Tüten voller Maismehl.

Mehrer Wochen lang durfte SPIEGEL-TV-Autor Markus Grün in den Zollhallen am Flughafen filmen, fast ohne jede Einschränkung. Die Oberfinanzdirektion Koblenz erteilte für die Dreharbeiten eine bislang einmalige Ausnahmegenehmigung.