Hightech hinter Gittern: Umzug in den Superknast - DER SPIEGEL
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Hightech hinter Gittern Umzug in den Superknast

Der Gefangene Andreas B. traut seinen Augen nicht: Vor ihm öffnet sich ein riesiges Fußballfeld. In der Turnhalle könnten internationale Wettkämpfe stattfinden. Als er in den ersten Tagen zur Arbeit geführt wird, droht ihm Muskelkater.
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Andreas gehört zu den ersten Insassen der neuen JVA Burg in Sachsen-Anhalt. Der neue Super-Knast erstreckt sich über 220.000 Quadratmeter. 658 Häftlinge können hier untergebracht werden. Die Betreiber garantieren ein Höchstmaß an Sicherheit und haben die Anstalt zur modernsten Europas deklariert.


Hier werden nur die schweren Jungs sitzen, verurteilt zu einer Haftstrafe nicht unter drei Jahren, wie Andreas. Er wurde wegen schweren Bankraubs zu 12 Jahren verurteilt. Sein Kumpel Jens hat lebenslänglich bekommen, Anklage: Mord. Beide kamen aus der JVA Naumburg. Die Zustände dort entsprachen nicht mehr den verfassungsrechtlichen Vorgaben. Die Zellen waren mit bis zu fünf Gefangenen belegt, die alle zu Einzelhaft verurteilt worden waren. Und doch hat die Anstalt aus dem vorletzten Jahrhundert Patina.

In der JVA Burg ist alles neu im Haftraum mit Flatscreen und Kühlschrank. Jens und Andreas mussten ihre alten Fernseher nach draußen geben. Die Geräte durften nicht mit umziehen in das neue Reich der privaten Dienstleister. Sachsen-Anhalt hat die Anstalt nur gemietet, der Betrieb ist teilprivatisiert worden. Die Bewachung der Gefangenen bleibt beim Staat, aber alles, was ein Dienstleister leisten kann, wird von ihm erledigt: Krankenpflege, psychologische Beratung, Küche, Sport und Weiterbildung. Ein Sparmodell mit Vorteil für die Gefangenen: Der Dienstleister kann nicht wegen Krankheit absagen.

SPIEGEL-TV-Autorin Christina Pohl war beim Einzug in die schöne neue Knastwelt exklusiv dabei. Das Kamerateam hat die Gefangenen in ihren ersten Wochen der Eingewöhnung begleitet. Eine schwierige Phase, die mit einem Umzug draußen so wenig zu hat wie der Knast mit der Freiheit.