Die letzte Front Ein US-Militärhospital in der Pfalz
Befreite Kriegsgefangene winken vom Balkon des Landstuhl-Krankenhauses
Foto: Wolfgang Truckenbrodt/ Getty ImagesSie haben Schläuche in Hals und Nase, geschiente Knochen, verbrannte Haut oder amputierte Beine. Einige liegen im Koma, werden nur durch Apparate am Leben erhalten. Rund 60.000 sind in den vergangenen neun Jahren hierher gebracht worden. Erst per Frachtmaschine nach Ramstein, dann mit dem Bus nach Landstuhl.
Alle werden noch auf der Trage von einem Militärkaplan begrüßt und darauf hingewiesen, dass sie hier in der Pfalz jetzt in Sicherheit sind. 23 "Wounded Warriors" - verwundete Krieger - empfängt der mit seinem Team an normalen Tagen. Manchmal, nach schweren Gefechten, kommen bis zu dreimal so viele. Einige von ihnen sterben kurz nach ihrer Ankunft, andere werden von Trauma-Spezialisten, Chirurgen und Pflegern operiert und stabilisiert, um sie so schnell wie möglich von der nahe gelegenen Ramstein Airbase zur Weiterbehandlung in die USA zu fliegen.
Unter den etwa dreitausend Beschäftigten des Krankenhauses sind viele Deutsche, die sich gemeinsam mit ihren amerikanischen Kollegen um die geschundenen Körper der Krieger kümmern. Nach dem tieferen Sinn fragt angesichts des nicht enden wollenden Zustroms Verwundeter niemand, das ist Sache der Politik.
SPIEGEL TV Autor Dirk Schulze über das allgegenwärtige Grauen des Krieges unweit von Kaiserslautern, mitten in der Pfalz.