Stalking Wenn aus Liebe Wahn wird
Stalking-Opfer
Foto: SPIEGEL TVNie hätte sie gedacht, dass ihr Ehemann einmal zu ihrem Feind und Verfolger werden würde. Doch schon bald nach der Hochzeit quälte der Gatte die 38-jährige Friseurin mit Nörgeleien und grundlosen Eifersuchtsattacken. Immer häufiger rastete er wegen Kleinigkeiten aus - nicht nur verbal. Als sie sich nach drei Jahren unglücklicher Ehe endlich trennte, verfolgte er sie auf dem Weg zur Arbeit, belästigte sie mit Telefonaten und bedrohte sie mit dem Tod. Eines Tages geschah das Unfassbare: Der Ex-Mann überfiel die Frau mit einer Axt und hackte ihr fast eine Hand ab. Sie sollte nie mehr arbeiten können und selbständig sein.
Ein Fall, der typisch ist für Beziehungsgewalt und sogenanntes . Krankhafte Eifersucht und übersteigerte Machtansprüche sind die Triebkräfte auf Seiten der Täter, und sie erzeugen Ohnmacht, Angst und Panik bei ihren Opfern.
Jedes Jahr werden in Deutschland 800.000 Menschen verfolgt, terrorisiert und bedroht - oft von ihrem Ex-Partner. Mehr als 80 Prozent der Opfer sind Frauen. Um sie zu schützen gibt es das Gewaltschutzgesetz und seit drei Jahren auch einen Stalking- Paragrafen.
Für die 50-jährige Justizfachangestellte aus Hamburg bedeutete dieses Gesetz ihre Rettung. Nach 28 Jahren Verfolgung, Belästigung und Psychoterror durch einen Mann hatte sie endlich eine Handhabe, sich gegen ihren Peiniger zu wehren.
Zwar war er nicht gewalttätig, aber: "Ich kannte den Mann gar nicht, trotzdem hat er hat mich überallhin verfolgt. Er war immer da. Auch drei zivilrechtliche Verfahren gegen ihn blieben ohne Ergebnis."
Erst seit kurzem hat sie wieder das befreiende Gefühl, allein zu sein. Der Täter wurde zu einer Bewährungsstrafe verurteilt, so dass er bei weiterer Verfolgung ins Gefängnis müsste. Erst das schreckte ihn offensichtlich ab.