Heinrich Kieber: Datendieb - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Heinrich Kieber Datendieb

Auf den Tag genau vor drei Jahren, am 14. Februar 2008, wird Postchef Klaus Zumwinkel wegen Steuerbetrugs vorläufig festgenommen. Die Razzia ist zugleich Auftakt zu einem der größten Steuerskandale Deutschlands: Über 25.000 Steuersünder werden sich in den nächsten Jahren selbst anzeigen.
Heinrich Kieber: Datendieb
Heinrich Kieber: Datendieb

Heinrich Kieber: Datendieb

Foto: autoren.tv
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Der deutsche Fiskus wird, so Schätzungen, über 2 Milliarden Euro zusätzliche Steuereinnahmen verbuchen können.

Ausgelöst wurde der Steuerskandal durch einen Mitarbeiter der Treuhandfirma des Fürsten von Liechtenstein. Der Bürokaufmann Heinrich Kieber hatte alle Kundendaten kopiert und anschließend verkauft. Unter anderem an den BND. Die Deutschen besorgten ihm auch eine neue Identität.

Den zwei Schweizer Filmemachern Sebastian Frommelt und Sigvard Wohlwend ist es gelungen, die Lebensgeschichte des Datendiebs Heinrich Kieber zu erzählen. Die 52-Minuten-Dokumentation wurde von SPIEGEL TV redaktionell auf 24 Minuten verdichtet.

Heinrich Kieber ist kein Robin Hood der Finanzbehörden, sondern ein notorischer Lügner und Hochstapler. Einer, der um des eigenen Vorteils willen gute Freunde betrügt, der Versicherungen prellt und seinen Arbeitgeber über den Tisch zieht.

Sein altes Leben ist kaum bekannt. Der Mann, der Klaus Zumwinkel zu Fall brachte, führte schon vor seinem großen Coup ein spektakuläres Leben. So beging er mehrmals Versicherungsbetrug und prellte einen Freund um seine Eigentumswohnung. Die Autoren haben den Datendieb filmisch um die ganze Welt gejagt und viele unbekannte Details aus seinem Leben zu Tage gefördert.