Verloren - Vergessen: Geschichten aus dem Fundbüro, Teil 1 - DER SPIEGEL
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Verloren - Vergessen Geschichten aus dem Fundbüro, Teil 1

Es gibt zwei hauptsächliche Ursachen, in einem Zug etwas zu vergessen. Zum einen kann es daran liegen, dass man selten Zug fährt und vor Nervosität die Übersicht verliert. Zum andern kann es sein, dass man sehr viel Zug fährt und vor Routine unaufmerksam wird.
Fundbüro im Karlsruher Hauptbahnhof: Eine kleine Auswahl von Schirmen
Fundbüro im Karlsruher Hauptbahnhof: Eine kleine Auswahl von Schirmen

Fundbüro im Karlsruher Hauptbahnhof: Eine kleine Auswahl von Schirmen

Foto: Uli_Deck/ picture-alliance / dpa
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Daneben gibt es tausende weitere Gründe, genauer gesagt: 250.000 - so viele Dinge werden jährlich in Zügen, S-Bahnen und Bahnhöfen verloren und vergessen. Um diesen gewaltigen Berg aus Regenschirmen, Portemonnaies, Handys, Koffern, Rucksäcken und Fahrrädern zu bewältigen, unterhält das Unternehmen Zukunft in den größeren Bahnhöfen bundesweit 80 Fundstellen.

Letzter Halt Wuppertal - alles, was in den Fundstellen nach sieben Tagen nicht zugeordnet werden kann oder durch den Besitzer abgeholt wird, landet im zentralen Fundbüro der Deutschen Bahn. Ein Ort des Vergessens, ein Sammelbecken der ungesuchten Dinge und ein Barometer des Zeitgeistes.

Dort ist Endstation für lieb gewonnene oder achtlos liegen gelassene Gegenstände: für Habseligkeiten von Obdachlosen, Junkies und ehemaligen Strafgefangenen, die ihr Schließfach nicht mehr bezahlen können, aber auch für Skurriles und Sonderbares. Hier lagern Gebisse, Glasaugen und Krücken, aber auch Kettensägen, Nähmaschinen und ein Bundesverdienstkreuz erster Klasse.

Immerhin- die Rückführungsquote liegt in Wuppertal bei 60% - alles andere kommt nach zwei Monaten unter den Hammer.

Allein 300 Handys erreichen die Fundzentrale im Monat, nicht abgeholte Geräte werden - mit gelöschten Daten - im Dutzend versteigert, für 200 Euro die Tüte.

Zu jeder Fundsache gibt es eine Geschichte - SPIEGEL-TV-Autor Mate Spörl hat einige davon eingefangen und die Mitarbeiter der Fundstellen in Hamburg und Köln bei ihrer Arbeit begleitet und durfte als erster mit einem TV-Team im zentralen Fundbüro Wuppertal drehen.