Birkenbuschs Kosmos: Ein Hausmeister in Köln - DER SPIEGEL
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Birkenbuschs Kosmos Ein Hausmeister in Köln

Ein Mieter treibt Hauswart Rudi Birkenbusch die Zornesröte ins Gesicht. Der Mann will seinen Müll nicht im Container entsorgen. Stattdessen lagert er eine Abfalltüte vor der eignen Wohnung. "Der Treppenflur ist die Visitenkarte der Hausgemeinschaft", weiß Birkenbusch aus Erfahrung.
Hausmeister Birkenbusch gestikuliert
Hausmeister Birkenbusch gestikuliert

Hausmeister Birkenbusch gestikuliert

Foto: SPIEGEL TV
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Doch da schlägt ihm der Anwohner die Tür vor der Nase zu. Zu allem Übel ist vis-a-vis eine Wand mit Fäkalien beschmiert, im Erdgeschoss blockieren Kinderwagen wichtige Fluchtwege und der Keller sieht aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen. "Das kotzt mich an", schimpft Birkenbusch, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, "als Hausmeister haben Sie immer die Arschkarte". Trotzdem will Rudi das Wohnhaus wieder auf Vordermann bringen und gibt sich kämpferisch: "Denen trete ich schon in den Hintern" ...

Seit 14 Jahren hält Rudi Birkenbusch über 800 Wohneinheiten in Schuss. Der 58-Jährige lebt auch an seinem Arbeitsplatz und kennt die Vorstadtsiedlung in Köln Dünnwald wie aus der Westentasche. Für über zweitausend Mieter ist Rudi der Mann für alle Fälle und Abfälle. Er muss reinigen, aber auch reparieren, improvisieren und im Notfall schnell auf der Matte stehen.

Viele Kunden sind ungeduldig, andere missachten immer wieder die Hausordnung. Fast täglich ist sein Revier mit Unrat und Sperrgut gepflastert, Wände und Decken werden mit unsittlichen Bildern beschmiert. In den Tiefgaragen finden sich Spuren von Beischlaf, Lampen werden zertrümmert und Treppenaufgänge mit Urin geflutet. Neuerdings schlagen Birkenbusch unzählige Feuerlöscher aufs Gemüt, die einfach verschwinden. Gäbe es nicht auch die netten Mieter, die Rudi fast alle beim Namen kennt, es wäre schier zum Verzweifeln.

Rudi Birkenbusch ist ein Mann wie ein Baum und trotzdem pressescheu. Um den alltäglichen Wahnsinn seiner Arbeit einmal zu zeigen, machte er eine Ausnahme. SPIEGEL-TV-Autor Markus Grün durfte ihn begleiten.