Schlimmer Wohnen Mieter ohne Grenzen
Dicht beieinander gehängt: Satellitenschüsseln an der Wand eines Wohnhauses
Foto: Frank_Rumpenhorst/ picture-alliance / dpa/dpawebErst vor zwei Jahren wurde die ganze Anlage aufwändig saniert und wärmegedämmt. Doch schon jetzt durchlöchern überall Satellitenanlagen den Putz. "Die Fassade muss unberührt bleiben", moniert Arentz missmutig, als er eine mannshohe Bretterwand entdeckt, die einen Vorgarten einzäunt. Auch der Sichtschutz wurde ohne seine Genehmigung errichtet. Als er durch eine Ritze der Holzkonstruktion späht, entdeckt er ein Planschbecken. "Hallo", brüllt Arentz entschlossen in Richtung offener Terrassentür, "hier könnte ein Kind ertrinken". Die mit Wasser gefüllte Plastikwanne muss sofort entleert und dauerhaft entfernt werden. Keine Sekunde länger will er diesen Zustand dulden...
Uwe Arentz arbeitet als Geschäftsstellenleiter bei Kölns größter Wohnungsgesellschaft und betreut über 4200 Mieteinheiten im Stadtteil Bocklemünd. Immer wieder hausen seine Kunden wie die Vandalen oder nutzen Unterkünfte, als wären es die eigenen vier Wände. Da bauliche Veränderungen jedoch verboten sind, kontrollieren Techniker regelmäßig den Zustand der Bleiben. Illegale Anbauten, aber auch liebevolle Dekorationen müssen häufig entfernt werden. Egal, ob eine Markise vor Sonne schützt, Parabolschüsseln für guten Empfang sorgen oder Kletterpflanzen an der Hauswand ranken.
Wenn Johannes Dörstel oder Michael Buder etwas monieren, hängt der Haussegen schief. Denn nur selten wollen sich Mieter von den Technikern vorschreiben lassen, von welchen Anschaffungen sie sich wieder trennen müssen. Dabei sorgen schon ihre Lebensgewohnheiten regelmäßig für schlechtes Klima. Immer wieder bildet sich Schimmel, weil Bewohner nicht ausreichend lüften oder zu wenig heizen. Doch bevor eine Wohnung vollends verkommt, greift ihr Vorgesetzter Arentz ein. SPIEGEL-TV-Autor Markus Grün durfte seine Instandhaltungsmaßnahmen mit der Kamera beobachten.