Unplugged Mit Revolverheld auf Tour
Unplugged: Mit Revolverheld auf Tour
Foto: Sascha Steinbach/ Getty ImagesSPIEGEL-TV-Autorin Beate Schwarz hat Revolverheld exklusiv bei ihren Auftritten in Deutschland beobachtet: vom Frühstück in der Mehrzweckhalle bis zum Feierabendbier in den Schlafkojen. Einblicke in eine Welt, die den Konzertbesuchern normalerweise verborgen bleiben.
Vier Alben, zwei davon Platin, und fünf Singles in den Top-20-Charts. Das ist die Bilanz von Revolverheld nach elf Jahren. Niemals zuvor waren sie erfolgreicher als 2014. "Die Band funktioniert gut im Mainstream", sagt Sony-Manager Patrick von Strenge. Eingängige Melodien, gefühlige deutsche Texte - viele Menschen finden sich in Songs wie "Halt dich an mir fest" oder "Das kann uns keiner nehmen" wieder. Wohlfühlmusik mit ein bisschen Wehmut, ohne dass es weh tut - vor allem ihre romantischen Balladen haben viele, vor allem weibliche, Fans.
Kennengelernt haben sich zwei von ihnen beim "Popkurs Hamburg", einem Studiengang für Menschen mit dem Berufsziel Popstar. Das war der Beginn einer ziemlich gradlinigen Karriere. Zu Drummer Jakob Sinn, 34, und Sänger Johannes Strate, 34, stießen schon bald die Gitarristen Kristoffer Hünecke, 36, und Niels Grötsch, 34. Ihre Band "Manga", später "Tsunami-Killer" wurde zu Revolverheld, und aus Studenten wurden Bühnenprofis. Sie sind gemeinsam erwachsen geworden. "Wir haben immer hart gearbeitet", sagt Johannes Strate, Kopf der Band. "Unser Erfolg ist auch das Ergebnis dieser Arbeit".
Gitarrist Hünecke zeigt sich im Gespräch demütiger: "Das, was wir machen, ist nicht planbar. Du musst den richtigen Song schreiben, aber auch das Glück haben da draußen den richtigen Zeitgeist zu erwischen. Das hat auch was mit Glück zu tun".
Ihre Glücksfee war Stefan Raab. Zwei Siege beim Bundesvision Song Contest, 2006 und 2014, machte die Band landesweit bekannt. Mit "Lass uns gehen" über Stadtmüdigkeit und Landlust schafften sie den Durchbruch. Zwar war der Titel schon ein Jahr lang auf dem Markt. Doch erst der Fernsehauftritt machte aus den Popkurs-Teilnehmern auch wirkliche Popstars.