Begraben in Scapa Flow: Die Schlachtschiffe der "Königsklasse" - DER SPIEGEL
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Begraben in Scapa Flow Die Schlachtschiffe der "Königsklasse"

"SMS König", "SMS Kronprinz" und "SMS Markgraf" waren Schlachtschiffe der "Königsklasse" und sollten gegenüber ihren Vorgängern der "Kaiserklasse" eine deutliche Verbesserung vor allem des Turbinenantriebs bringen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Eine ursprünglich geplante Umstellung auf Ölantrieb mit Sechszylinderdieseln der Firma MAN war nicht realisiert worden. Daher waren neben zwölf kohlebefeuerten nur drei ölbefeuerte Kessel in Betrieb. Um die Höchstgeschwindigkeit von 23 Knoten zu erreichen, waren pro Stunde 18 Tonnen Kohle vonnöten. Drei Motoren pro Schiff brachten die stolze Leistung von bis zu 46.000 PS ("SMS Kronprinz"). Rund dreieinhalbtausend Tonnen Öl und knapp 1000 Tonnen Kohle reichten bei einer durchschnittlichen Fahrtgeschwindigkeit von 12 Knoten für 8000 Nautische Meilen (rund 14.800 Kilometer). 1200 bis 1350 Besatzungsmitglieder fanden an Bord der Schlachtschiffe Platz.

Die "SMS König"


Das vierte Schiff seiner Klasse wurde am 1. März 1913 auf der kaiserlichen Werft in Wilhelmshafen vom Stapel gelassen.
Gewicht: 28.600 BRT
Länge: 175,40 Meter


Einsatzgebiete (im Rahmen des 3. Schlachtschiffgeschwaders):

  • Kampfeinsätze bei Hoofden (März 1916)
  • Lowestoft und Yarmouth (April 1916)
  • Operationen gegen die Küste Englands (August 1916)
  • Kämpfe um die Doggerbank (Oktober 1916)
  • Eroberungsfeldzug gegen die baltischen Inseln (Oktober 1917)
  • Unterstützte die Versenkung des russischen Schiffes "Slava" (Oktober 1917)
  • zehnmal getroffen in der Skagerrakschlacht (Mai 1916)
  • nach Kiel entlassen (Oktober 1918)
  • Selbstversenkung in der Bucht von Scapa Flow - unter dem Kommando von Korvettenkapitän Junkermann (1919)
Die "SMS König" liegt in 39 Meter Tiefe auf schlammigem Seebett und ist durch Bergungsoperationen stark beschädigt.

"SMS Kronprinz Wilhelm"


Im April 1912 auf der Friedrich-Krupp-Germaniawerft in Kiel als Ersatz für SMS Brandenburg gebaut und am 21. Februar 1914 als letztes Schiff der Königsklasse vom Stapel gelassen.
Gewicht: 28.600 BRT
Länge: 175,40 Meter
Nahm mit ihrer 1136 Mann starken Besatzung an den gleichen Aktionen teil wie die "SMS König" (siehe oben)


Weitere Einsätze:
  • Teilnahme an der Rettungsoperation für das auf Grund gelaufene UB-20 vor Dänemark (1916)
  • Nach Fehlschlag der Aktion von dem britischen U-Boot J1 bei Utsire torpediert (5. November 1916)
  • Rückkehr in den Heimathafen - mit 250 Tonnen Wasser im Rumpf
  • Bei der Teilnahme an einem Manöver in der Deutschen Bucht (1917) Zusammenstoß mit der "SMS Grosser Kurfürst" - 600 Tonnen Wasser im Rumpf.
  • Bei der Operation vor den Baltischen Inseln von einer Mine getroffen (Oktober 1917)
  • Bei Kriegsende in den Kieler Matrosenaufstand verwickelt
  • Unter dem Kommando von Kapitänleutnant Hans Becker nach Scapa Flow überführt.


Das Wrack liegt in einer Tiefe von rund 38 Meter auf dem Meeresboden Umfangreiche Bergungsschäden an Schiffsrumpf, Bug, Heck, sowie an Kessel- und Maschinenräumen.

"SMS Markgraf"


Die "SMS Markgraf" wurde von der Weser Werft in Bremen gebaut und am 4. Juni 1913 vom Stapel gelassen.
Gewicht: 28.600 BRT
Länge: 175,40 Meter
Die "SMS Markgraf" gehörte wie die "SMS König" zum 3. Schlachtschiffgeschwader und nahm an denselben Kriegseinsätzen teil (siehe oben).
  • fünfmal getroffen in der Skagerrakschlacht (1916)
  • ein Minentreffer während der Operation bei den Baltischen Inseln
  • nach Kriegsende Internierung in Scapa Flow
  • Britische Marineinfanteristen enterten während der Selbstversenkung das Schiff und erschossen den Korvettenkapitän Walther Schumann und seinen Oberbootsmann Hermann Dittmann.

Die "SMS Markgraf" liegt kopfüber in einer Tiefe von rund 45 Meter.

Sie suchen die "SMS Bremse", "SMS Brummer" oder "SMS Seydlitz"? Weitere Informationen zu Schlachtschiffen und Kreuzern in Scapa Flow finden Sie hier...