Safaripark Stukenbrock Abschied vom weißen Löwen-Pärchen
Der Safaripark, der auch die bekannten Dompteure "Siegfried und Roy" mit Tieren versorgt, beherbergt insgesamt sechs weiße Löwen. Seit 1996 sind elf Jungtiere in der Anlage aufgewachsen. Im April dieses Jahres passierte dann das Unglück: Das sieben Monate alte Löwenmädchen "Snow" rutschte im Außengehege in den 1,50 Meter tiefen Wassergraben. Vor den Augen der Besuchern sprang Parkchef Fritz Wurms unter Lebensgefahr in den Wassergraben und barg das Tier. Doch das Löwenkind war nicht mehr zu retten.
Unter Beobachtung des Parkchefs und einer Tierpflegerin war die Löwenmutter "Konya" mit ihren Zwillingen "Ice" und "Snow" ins Außengehege gelassen worden. Zunächst sei der kleine Ausflug ohne Probleme verlaufen. "Die Kinder haben mit ihrer Mutter gespielt", sagte eine Parksprecherin. Aber dann sei "Snow" am Wassergraben abgerutscht und in Panik geraten. Normalerweise sei Wasser keine Gefahr selbst für kleine Löwen.
Nachdem die Löwenmutter keine Anstalten gemacht hatte, ihr Kind zu retten, rannte der Parkchef in das Gehege, zog die Aufmerksamkeit der Löwin auf sich und lockte sie unter Lebensgefahr wieder hinter die Gitter. Dann tauchte er in voller Montur auf den Grund des Grabens und barg das Tier. Aber weder Mund-zu-Mund-Beatmung noch Herzmassage oder Kreislaufspritzen konnten "Snow" retten.
Nur sieben Wochen später folgte der nächste Schock für die Parkbetreiber: Jetzt lag Zwillingsbrüderchen "Ice" tot im Gehege. Fritz Wurms war entsetzt: "Der Kleine hat seit dem Tod der Schwester getrauert, lief suchend herum, stieß Laute aus, wartete auf Antwort. Er wurde immer apathischer, fraß kaum." Eine Antibiotika- und Vitaminbehandlung durch Spezialisten der Tierärztlichen Hochschule in Hannover brachte keine Besserung. Auch der Versuch, "Ice" mit Hackfleisch und Milch aufzupäppeln schlug fehl. Ende Juni starb das Löwenjunge - vielleicht aus Kummer über den Tod der Schwester.