Video: Spektakuläre Aufnahmen von der Moskauer Geiselnahme - DER SPIEGEL
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Video Spektakuläre Aufnahmen von der Moskauer Geiselnahme

Neue Videoaufnahmen zeigen, wie die tschetschenischen Terroristen in einem Moskauer Theater mehrere hundert Menschen in ihre Gewalt brachten.
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Während des zweiten Aktes des Erfolgsmusicals "Nord-Ost" im Moskauer Theater an der Dubrowka betritt ein maskierter Mann die Bühne und gibt einen Schuss ab - die Geiselnahme der tschetschenischen Terroristen hat begonnen. Die Zuschauer verfolgen irritiert, wie sich schon nach wenigen Sekunden Bewacherinnen in Position bringen, die bereits zu diesem Zeitpunkt Bomben am Körper tragen. Mit Tritten und Schlägen werden die Anwesenden im Zuschauerraum zusammengetrieben.

"Sie sagten, keiner solle in Panik geraten," berichtet eine Augenzeugin. "Alle hatten große Angst, deshalb hat niemand geschrien. Sie mochten keinen Lärm - sobald jemand laut wurde oder sich bewegte, wurden sie nervös."

Die Videoaufnahmen wurden dem staatlichen russischen Fernsehen zugespielt und stammen zum Teil von den Überwachungskameras des Theaters, zum Teil von den Terroristen selbst. Sie zeigen das brutale Vorgehen der Geiselnehmer und deren Entschlossenheit, sich selbst und sämtliche Geiseln zu töten, wenn die russische Regierung ihre Truppen nicht aus der Kaukasus-Republik abzöge.

Bei der Erstürmung des Musical-Theaters waren 120 Geiseln und 41 tschetschenische Separatisten getötet worden. Bis auf zwei Personen, die von den Rebellen erschossen wurden, starben alle Opfer an den Folgen des Gases, das die Sicherheitskräfte zur Betäubung der Geiselnehmer eingesetzt hatten.

Als Reaktion auf das Geiseldrama hatte das russische Parlament bereits am Freitag die Pressegesetze verschärft. Am Montag legte das russische Ministerium für Massenmedien und Information am Montag neue Richtlinien zur Berichterstattung in Krisen- und Katastrophenfällen vor.

Demnach soll es Journalisten in Zukunft untersagt werden, Terroristen zu interviewen oder ihnen in einer Live-Sendung ein Forum zu geben. Auch die Analyse der Forderungen von Terroristen in den Medien soll ohne vorherige Konsultation mit den Sicherheitskräften verboten sein. Wie es hieß, will sich der Medienausschuss der Duma Mitte November mit den neuen Richtlinien befassen.