Der Kampf ums Grün: Deutschland im Gartentaumel - DER SPIEGEL
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Der Kampf ums Grün Deutschland im Gartentaumel

Kanten stutzen, Rosen setzen, Rasen mähen, Unkraut jäten und Nacktschnecken jagen - rund sieben Millionen Gartenbesitzer sind hoch motiviert, die eigene Parzelle in einen persönlichen Garten Eden zu verwandeln.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?



In Dortmund ackern Schrebergärtner um die Wette und den "Goldenen Spaten", Gärtner putzen die Anlagen von Schloss Ippenburg zum Gartenfestival heraus, und in Schleswig-Holstein suchen Garten-Freaks Privatgärten bei organisierten Rundfahrten heim.

Der Garten wird zum grünen Status-Symbol, und bei der Bewirtschaftung der Privat-Paradiese ist für manchen Hobby-Gärtner nur das Beste gut genug: Mit Bewässerungs-Computern, Gartenkrallen oder Laser-Mähern setzen die Fachmärkte 26 Milliarden Euro im Jahr um.

SPIEGEL TV Special über die ideale Grashalm-Länge, die problematische Jagd auf Maulwürfe und das grüne Glück.


WETTBEWERB

Der "Goldene Spaten"

Ganz einfach ist es nicht, den "Goldenen Spaten" zu bekommen. Der Wettbewerb findet alle drei Jahre statt und richtet sich an alle 118 Dortmunder Kleingärtnervereine. Ins Gewicht fällt unter anderem der "Pflegezustand des Rahmengrüns", wie es in einer Auflistung der Bewertzungskriterien heißt. Neben dem Gesamteindruck der Kleingartenanlage (Pflegezustand, Qualität und Verkehrssicherheit der Kinderspielbereiche sowie Umweltschutzmaßnahmen oder Zustand der Wege- und Pflanzflächen) ist natürlich auch das Erscheinungsbild der Einzelgärten entscheidend. Außerdem werden Partnerschaften mit anderen Vereinen und die Zusammenarbeit mit verschiedenen Organisationen bewertet. In diesem Jahr haben 36 Kleingärtnervereine beim Wettstreit um den "Goldenen Spaten" mitgemacht.

BUCHTIPP

Ein englischer Garten in Köln

Der Garten von Kristin Lammerting ist im englischen Stil angelegt - und zwar mitten in Köln. Die Bilder sind von Fotografin Sabrina Rothe. Neben einem Duft- und einem Kräutergarten gibt es einen nach historischem Vorbild gestalteten Knotengarten. Die unterschiedlichsten Blüten sind im Gelben Garten, im Sonnen- oder Rosengarten zu finden.

Ein englischer Garten in Köln
Kristin Lammerting, Sabrina Rothe (Illustration)
39,90 Euro
Dumont Literatur und Kunst Verlag
ISBN: 3832171878





SCHÄDLINGE

Tipps gegen gefräßige Schnecken

Schnecken haben schon so manchen Hobbygärtner an den Rand der Verzweiflung getrieben. In erstaunlicher Geschwindigkeit können sich die sonst so träge scheinenden Weichtiere über stolz gehegtes Grünzeug hermachen - übrig bleiben oftmals nur traurige Strünke.

Dagegen helfen Schneckenkörner, die am besten in speziellen Fallen platziert werden sollten. So geraten keine chemischen Stoffe in den Boden. Außerdem sind Haustiere vor den Körnern sicher. Schälchen mit Bier sind nur bedingt zu empfehlen. Sie machen dem schleimigen Grünfresser zwar den Garaus, locken aber durch den Biergeruch auch weitere Artgenossen an - Schnecken haben einen ausgeprägten Geruchssinn. Spitze oder scharfe Gegenstände, etwa Steinchen oder Fichtennadeln, auf dem Weg werden eine Schnecke kaum aufhalten. Mit ihrem flexiblen Körper schiebt sie sich einfach darüber hinweg.

Eins hält Schnecken allerdings auf: so genannte Schneckenzäune. Die Barriere sollte mindestens ebenso tief in den Boden geschoben werden wie sie herausragt. Wichtig ist das kantige Profil mit zwei 30-Grad-Winkeln. Schneckengeplagte sollten darauf achten, dass sich in dem eingezäunten Gebiet keine Schnecken oder abgelegte Eier befinden.

Hilfe aus dem Tierreich gibt es auch: Igel zum Beispiel fressen gern Schnecken. Eine Alternative sind indische Laufenten, für die allerdings eine artgerechte Haltung gewährleistet sein muss. Wer Glühwürmchen in seinem Garten hat, kann auch auf deren Unterstützung hoffen. Die Larven vertilgen ebenfalls gern Schnecken.




TÖDLICHER NACHBARSCHAFTSSTREIT

Immer Ärger mit dem Rasen

Der gemeine Engländer ist nicht nur Tee-, sondern auch Rasenfetischist. Wenn dem eigenen Garten Gefahr droht, kennen die Inselbewohner anscheinend kein Pardon. In der Grafschaft Lincolnshire wurde ein Rentner kürzlich aus genau diesem Grund erschossen.mehr...

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