Frisch aus dem Frost: Essen aus der Tiefkühltruhe - DER SPIEGEL
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Frisch aus dem Frost Essen aus der Tiefkühltruhe

Wenn der kleine Hunger kommt, werden in deutschen Küchen jährlich rund 1,3 Millionen Tonnen Tiefkühlkost aufgetaut: Rahmspinat mit "Blubb", Schlemmerfilet "Bordelaise", Gemüsemix "Fantastico" oder Pizza "Quattro Stagioni".
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"Convenience" - also Bequemlichkeit - ist das Schlagwort der Lebensmittelindustrie, die den kochfaulen Verbrauchern mit küchenfertig geputztem Gemüse und kompletten Fertiggerichten versorgt. Die kalte Ware wird bei Bedarf sogar bis an die Haustür geliefert. Auch wenn Feinschmecker den Niedergang der deutschen Küchenkultur befürchten - die Tiefkühlbranche boomt, und statt zum Drei-Sterne-Menü greifen Hungrige lieber ins Drei-Sterne-Fach. Hier liegt - fast immer - der Renner im frostigen Sortiment: eine Pizza. Pro Jahr werden rund 160.000 Tonnen der kältestarren Hefefladen in deutschen Küchen aufgebacken.

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Frisch aus dem Frost: Essen aus der Tiefkühltruhe

Foto: SPIEGEL TV

Die zellophanumhüllte Scheibe aus dem Pappkarton ist das heimliche deutsche Nationalgericht - und in acht bis zehn Minuten fertig.

SPIEGEL TV Special über kalte Köstlichkeiten, Turbo-Froster und Gefrierbrand.


TIEFKÜHLKOST

Die Pizza ist der Star

Pizzas stehen klar an der Spitze der Beliebtheitsskala der Gerichte aus der Tiefkühltruhe. Nach Angaben des Deutschen Tiefkühlinstituts haben die Deutschen im vorigen Jahr 177.163 Tonnen der gefrorenen Scheiben verputzt. Damit hat sich der Gesamtverbrauch von Tiefkühlpizzas in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt. Beinahe 94 Prozent der Gesamtmenge landete in Privathaushalten. Das waren vier Prozent mehr als im Vorjahr. In Betriebsrestaurants, Mensen und Gastronomie wurden 11.210 Tonnen verkauft - ein Zuwachs von 4,9 Prozent.

Informationen:
Deutsches Tiefkühlinstitut e.V.
Bonner Straße 484-486
50968 Köln
Tel.: 0221/93748-0
Fax: 0221/93748-22
Im Web: Deutsches Tiefkühlinstitut 


HERSTELLUNG

Vom Block zum Stäbchen

Bei Frozen Fish International (FFI) in Bremerhaven werden täglich fünf Millionen Fischstäbchen hergestellt. Der erste Schritt beginnt schon auf See, wo die Fische direkt nach dem Fang filetiert werden. Die Filets werden in Blöcken eingefroren und, in Bremerhaven, bis zur Weiterverarbeitung zwischengelagert.

Eine Säge zerteilt die gefrorenen Blöcke in winzige Streifen. Danach werden die Stäbchen mit einer Mischung aus Paniermehl, Sojaöl, Weizenmehl, Wasser, Stärke, Salz, Gewürzen und Johannisbrotkernmehl paniert. In Öl werden die Fischstäbchen dann frittiert. Und damit sie am Ende als Tiefkühlkost in den Truhen landen können, werden sie noch gefrostet und schließlich verpackt. Von Bremerhaven aus versorgt die Frozen-Fish-Muttergesellschaft Unilever fast den ganzen europäischen Markt mit den panierten Fischstückchen.