Die Sozialhilfedetektive Mit Prüferinnen unterwegs in Berlin
Selbst unter ihren Kollegen in Berlin gelten sie als besonders streng: die Prüferinnen und Prüfer des Sozialamtes Steglitz-Zehlendorf. Sie fragen hartnäckig nach, notieren bei vierzig Prozent ihrer Fälle Beanstandungen und brachten ihrer Behörde so im vergangenen Jahr Einsparungen bei der Sozialhilfe von rund 800 000 Euro.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?
Doch welche Auswirkungen hat ihre Arbeit tatsächlich? Was passiert, wenn sie den Antrag auf eine Waschmaschine ablehnen, luxuriös ausgestattete Wohnungen entdecken oder geheime Einkommensquellen vermuten?
Immer mehr Städte und Gemeinden versuchen durch den Einsatz von Kontrolleuren ihre Ausgaben für die Sozialhilfe zu reduzieren, bundesweit immerhin knapp 22 Milliarden Euro.
Doch das Berliner Modell beweist: Abgelehnt ist noch lange nicht abgelehnt. Die Prüfer sind nur das Vor-Ort-Auge des Sachbearbeiters, entschieden wird immer noch am Schreibtisch oder bei Gericht.
SPIEGEL-TV-Autorin Utta Seidenspinner war mehrere Wochen mit den Prüferinnen aus Steglitz-Zehlendorf unterwegs.