Der Kaiser und der Weltkrieg Wilhelm II. und das Ende eines Imperiums
Der Krieg, zunächst allerorten enthusiastisch begrüßt, fuhr sich schnell fest im blutigen Stellungskampf. Wilhelm II., immer in der Nähe des Großen Hauptquartiers, in sicherem Abstand zur Front, war bis zuletzt blind für die sinnlosen Opfer seines Volkes. In den blutigen Schlachten im Westen, bei Verdun und an der Somme, wurden Hunderttausende sinnlos geopfert. Als der Krieg 1918 verloren war, musste Wilhelm abdanken und zog sich ins holländische Exil zurück.
SPIEGEL-TV-Autor Michael Kloft hat für diese Dokumentation unter anderem die Rolle des letzten Kaisers beim Ausbruch des Ersten Weltkrieg untersucht, der vor neunzig Jahren begann. Er befragte Zeitzeugen und Historiker, unter anderem den Biografen Wilhelm II., John Röhl. Er begleitete zudem die Wiener Historikerin Brigitte Hamann auf Spurensuche. Sie reisten zu den einstigen Schlachtfeldern in Flandern und an der Somme, beobachteten deutsche und belgische Archäologen bei ihren Ausgrabungen und besuchten auch die Orte, wo der damals noch unbekannte Gefreite Adolf Hitler als Meldegänger Dienst tat. Viele einzigartige Filmaufnahmen und Fotos ergänzen die Dokumentation eines langsam in Vergessenheit geratenen Krieges, der den Kaiser sein Amt kostete und für die Deutschen zum Trauma wurde.