In Gottes Namen Die Rekruten des Heiligen Krieges
Shaheeds, Märtyrer des Djihad, des Heiligen Krieges, werden sie genannt. Männer und Frauen die überzeugt sind, mit dem Tod und dem Töten im Dienste Allahs die Tiefe ihres Glaubens zu bezeugen.
Während die moderate Mehrheit der Moslems Djihad vor allem als den inneren Kampf der Gläubigen um spirituelle Vervollkommnung betrachtet, definieren extremistische Gruppen den religiösen Märtyrertod als höchste auf Erden erreichbare Ehre - belohnt mit der Aussicht, auf direktem Weg einen privilegierten Platz im Paradies zu erhalten. Die Dokumentation IN GOTTES NAMEN dringt tief in die für Außenstehende meist unzugängliche Welt des extremistischen Islam ein - ihre Schulen, ihre Moscheen und Wohnzimmer - und bewegt sich dort in einer ebenso erschreckenden wie verstörenden Umgebung, die Mord im Selbstmord zur sakralen Handlung verklärt und in der das Todesversprechen neuer Selbstmordattentäter feierlich auf Bekenntnisvideos dokumentiert wird.
Gedreht in bisher für Kameras verschlossenen religiösen Mädchenschulen in Pakistan, in Kindergärten und Klassenräumen der libanesischen Hisbollah, in den Dörfern bewaffneter al-Qaida-Unterstützer, bei der Vereidigung von Selbstmordattentätern der palästinensischen Hamas und beim schiitischen Märtyrerfest der "Ashura", in dessen Verlauf Tausende ihr Blut in einer ekstatischen Zeremonie opfern – liefert der Film Eindrücke aus jenem Hinterland des Heiligen Krieges, aus dem eine weitgefächerte Front ihren Nachschub an Shaheeds rekrutiert.
Ein preisgekrönter Film (Emmy und Deutscher Fernsehpreis 2004) von Dan Setton und Helmar Büchel unter Mitarbeit von Kerstin Mommsen, der in Zusammenarbeit von SPIEGEL TV, Set Productions (Israel) und HBO (USA) entstanden ist.