Angeklagt im Nürnberger Prozess Albert Speer und Julius Streicher
Mythos Speer
Albert Speer gilt vielen als der "gute Nazi". In Nürnberg zu zwanzig Jahren Haft verurteilt, hatte er als einzige Führungspersönlichkeit Verantwortung für die Verbrechen des Dritten Reiches übernommen. Doch bis heute ist umstritten, ob Speer tatsächlich moralische Schuld empfand oder nur die Rolle des Schuldbewussten spielte, um so seine eigene Mittäterschaft zu verdecken. In Interviews gab sich der ältere Herr gerne reumütig. Die Erinnerungsbücher des einstigen Lieblingsarchitekten und Rüstungsministers Adolf Hitlers waren weltweit Bestseller. In einer Biografie hat der Historiker Joachim Fest das "Rätsel Speer" zu ergründen versucht und ist zu vielen neuen Einsichten gekommen.
Der Judenhetzer - Julius Streicher und der "Stürmer"
Selbst hohe Naziführer wie Joseph Goebbels und Hermann Göring hatten für diesen Parteigenossen fast nur Verachtung übrig, und doch war er eine der einflussreichsten Gestalten im Dritten Reich: Julius Streicher, als Herausgeber der antisemitischen Wochenschrift "Der Stürmer" verantwortlich für die schlimmste Hetzpropaganda und berüchtigt für sein korruptes und gewalttätiges Regime als Gauleiter von Franken. Den Alliierten galt er als Symbol für den nationalsozialistischen Judenhass. 1946 wurde er in Nürnberg zum Tode verurteilt und hingerichtet. SPIEGEL TV-Autor Michael Kloft hat sich auf die Spuren von Julius Streicher begeben und die wahre Bedeutung des Hetzblattes "Der Stürmer" untersucht.
Mit seltenen Filmaufnahmen, Fotos und Dokumenten sind beeindruckende Porträts zweier der interessantesten und widersprüchlichsten Persönlichkeiten deutscher Nazi-Geschichte entstanden.