Cyla und Jurek: Eine Liebe in Auschwitz - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Cyla und Jurek Eine Liebe in Auschwitz

Es ist eine Liebesgeschichte und zugleich eines der spektakulärsten Fluchtdramen in der Geschichte des Konzentrationslagers Auschwitz: Verkleidet als SS-Mann, rettet ein Pole eine Jüdin. Dann verlieren sie sich und glauben, der jeweils andere sei tot - jahrzehntelang.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?



Die Jüdin Cyla Cybulska wird am 19. Januar 1943 nach Auschwitz deportiert. Ihre Familie stirbt in der Gaskammer, Cyla muss im Getreidespeicher des Lagers Mehlsäcke flicken. Hier begegnet sie dem polnischen "Schutzhäftling" Jurek Bielecki, der in der Schreibstube arbeitet und seit dem ersten Transport am 14. Juni 1940 im Lager ist. Cyla und Jurek verlieben sich ineinander - doch für eine gemeinsame Zukunft gibt es keine Hoffnung.

Fotostrecke

Cyla und Jurek: Eine Liebe in Auschwitz

Foto: SPIEGEL TV

Um sich und seine Geliebte zu retten, "organisiert" Jurek eine SS-Uniform, verkleidet sich und führt seine Geliebte zu einem vermeintlichen Verhör am 21. Juli 1944 aus dem KZ. Die Flucht gelingt - doch durch Neid und Missgunst verlieren sich Cyla und Jurek in den Wirren des Krieges aus den Augen. Jeder von ihnen glaubt, der andere sei ums Leben gekommen.

Cyla heiratet und wandert nach New York aus. Jurek zieht in das polnische Nowy Targ, heiratet ebenfalls und wird Vater von drei Kindern. 1983 sieht das Dienstmädchen von Cyla im Fernsehen ein Interview mit einem Mann, der Cylas Geschichte erzählt: Aus Liebe habe er ein jüdisches Mädchen aus dem Konzentrationslager Auschwitz in einer gestohlenen SS-Uniform befreit. Der Mann im Fernsehen ist Jurek Bielecki.

Cyla und Jurek sehen sich wieder. 39 Jahre nach Auschwitz.