Rettung aus der Luft: 60 Jahre Berliner Luftbrücke - DER SPIEGEL
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Rettung aus der Luft 60 Jahre Berliner Luftbrücke

Nur drei Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs erlebt Berlin erneut eine existentielle Krise. Am 24. Juni 1948 blockieren sowjetische Soldaten sämtliche Zufahrtswege in den Westteil der Stadt, um den Abzug der Alliierten zu erzwingen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

2,2 Millionen Menschen leben plötzlich auf einer unerreichbaren Insel - abgeschnitten von der Außenwelt und chancenlos, sich alleine zu versorgen.

Die Rettung kommt aus der Luft. Nur zwei Tage später starten die Alliierten eine der umfangreichsten Hilfsaktionen in der Luftfahrtgeschichte: 300 Flugzeuge landen im 90-Sekunden-Takt und bringen den Berlinern das Nötigste. Der Codename der Luftbrücke: „Operation Vittles – Operation Lebensmittel.“

Für die Berliner beginnt ein Jahr voller Entbehrungen. Alles wird rationiert, doch die Menschen lernen zu improvisieren: Die Parkanlagen dienen als Gemüsebeet, der Balkon als Stall für Kaninchen oder Hühner und das Essen wird wegen der Stromsperren vorgekocht. Der Ausnahmezustand wird zum Alltag.

60 Jahre später erinnern sich Zeitzeugen an die schwierigen Monate während der Blockade. Eindrucksvolle Archivaufnahmen, zum Teil in Farbe, dokumentieren eine dramatische Rettungsaktion, die zum Symbol für Durchhaltewillen und Solidarität wurde.