Deutschland privat Schicksalsjahre einer Nation, Teil 2
Berliner Mauer: Der "antifaschistische Schutzwall" besiegelte die Teilung Deutschlands
Foto: Wolfgang_Kumm/ picture-alliance / dpa/dpawebDie großen Ereignisse dieser Jahre wurden auf Film dokumentiert, in Wochenschauen oder Propagandafilmen öffentlich vorgeführt. Doch es existieren auch andere, private Bilder. In zwei Teilen zeigt SPIEGEL TV eine spektakuläre Zeitreise in die deutsche Alltagsgeschichte des 20. Jahrhunderts.
Der Bremer Dokumentarfilmer Hermann Pölking-Eiken hat über Jahrzehnte in ganz Deutschland Filmdokumente gesammelt, viele davon bislang unveröffentlicht. Er hat aus Tausenden "Homevideos", Amateurproduktionen und Werbefilmen die interessantesten ausgewählt und zu einem spannenden Bilderreigen verarbeitet: Deutschland privat in den Zwanziger Jahren, während des Dritten Reichs und in der Nachkriegszeit in Ost und West.
Er zeigt die großen und die kleinen Geschichten, tragische Szenen und freudige Ereignisse, Bilder von Familienfeiern und politischen Ereignissen, aus dem Krieg und aus den deutschen Diktaturen, vom Wirtschaftswunder und dem Mauerbau, von Parteiaufmärschen und Studentenunruhen. Erstmals wird so deutsche Geschichte im Fernsehen aus einer neuen Perspektive erfahrbar mit aller Dramatik der Politik und des Lebens.
Teil 2: 1939 - 1970
Im September 1939 erobert die deutsche Wehrmacht in einem Blitzkrieg Polen und ein Jahr später Frankreich. 1941 beginnt Hitler einen Vernichtungskrieg gegen die sowjetische Bevölkerung. An der Heimatfront sind die Zeiten der Siege nun vorüber. "Die Deutschen" müssen sich an Lebensmittelknappheit und nächtliche Luftangriffe gewöhnen. Eine Stadt nach der anderen versinkt im Bombenhagel der Alliierten.
1945 ist der Zweite Weltkrieg zu Ende, das Land liegt in Trümmern. Ein Neubeginn. Die Siegermächte betonen, dass Deutschland als Ganzes erhalten bleiben soll. Trotzdem ist unübersehbar, dass die Teilung bereits begonnen hat. Die Sowjetunion gliedert die DDR in den sozialistischen Block ein. Der Westen unterstützt die Bundesrepublik. Von der Aufbauhilfe der jeweiligen Partner profitieren "Die Deutschen". Aus den Besatzern werden Verbündete.
Als immer mehr Familien in den Westen fliehen, lässt die Regierung der DDR schließlich 1961 die Berliner Mauer bauen. Eine Wiedervereinigung Deutschlands scheint auf lange Zeit undenkbar. Erst Ende der 60er Jahre setzt Willy Brandt mit einer "Politik der kleinen Schritte" erstmals auf Annäherung und Entspannung mit der DDR.