Sozialstaat Die Wohlstands-Illusion
Wie von Roboterhand gesteuert, verlässt das Wirtschaftswunderland die Spitzengruppe der Volkswirtschaften. Die Zahl der Arbeitsplätze schrumpft, der Wohlstand verflüchtigt sich. Das "Modell Deutschland" hat aufgehört zu funktionieren.
Deutschland steckt tief in der Krise. Von der Regierung verbreitete Aufbruchssignale, wie etwa eine leicht steigende Wachstumsrate, entpuppen sich als Wortgeklingel. "Die Zahl ist eine Täuschung, sie verschleiert die wahren Zustände in Deutschland", sagt SPIEGEL-Redakteur Gabor Steingart. "Tatsächlich erleben wir einen Schrumpfungsprozess im Innersten unserer Volkswirtschaft, eine Erosion unseres Wohlstandes, den die offiziellen Zahlen verschweigen."
Im XXP-Studio diskutiert Moderator Gabor Steingart mit Wolfgang Schäuble, Michael Glos, Vorsitzender der CSU-Landesgruppe im Bundestag, und Heinz Dürr, Aufsichtsratsvorsitzender der Dürr AG, über das überholte "Modell Deutschland".
Sendetermin: Montag, 08. März, 22.55 Uhr, XXP
Gäste im Studio
Wolfgang Schäuble, CDU-Politiker
Nach dem Abitur engagierte sich der gebürtige Freiburger ab 1961 zunächst für die Union in Südbaden. 1972 wurde der promovierte Jurist erstmals in den Bundestag gewählt. 1984 wurde er Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Kanzleramts, 1989 Bundesinnenminister und zwei Jahre später CDU/CSU-Fraktionsvorsitzender. Lange Zeit galt der diskrete Politmanager als Kronprinz von Helmut Kohl. Nach der Niederlage der Union bei der Bundestagswahl 1998 wurde er zum Parteivorsitzenden gewählt. Seit 2000 ist er Präsidiumsmitglied der CDU.
Michael Glos, CSU-Landeschef im Bundestag
Der 59-Jährige ist kein Mann der leisen Töne. Erst vor wenigen Wochen ereiferte sich der Franke über die Grünen-Minister Fischer und Trittin, die er als "Öko-Stalinisten und ehemalige Terroristen" bezeichnete. Der "Scharfmacher" (Gerhard Schröder) ist meist erster Unionsredner bei Debatten über den Kanzleretat. Freunde schätzen seine zuvorkommende Art, seinen Fleiß und seinen politischen Instinkt; Gegner kritisieren seinen rauen Charme und die begrenzte Toleranz für rot-grüne Liberalität.
Heinz Dürr, Aufsichtsratsvorsitzender der Dürr AG
Der 70-Jährige Berliner gilt als einer der Top-Sanierer in der deutschen Wirtschaft. In den achtziger Jahren war er Vorstandsvorsitzender der AEG, von 1991 bis 1997 stand er an der Spitze der Deutschen Bahn. Dürr ist Aufsichtsratsvorsitzender bei dem von ihm mitaufgebauten Technologiekonzern Dürr AG, zudem Ehrendoktor der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen und Träger des Verdienstkreuzes 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland.
Moderation
Gabor Steingart, DER SPIEGEL